Person

Maria Theresia Elisabeth von Österreich

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 20.03.1762

  2. 1762

Tod

  1. 1770

  2. 23.01.1770

Porträt von Maria Theresia Elisabeth von Österreich
Bildnachweis

Erzherzogin Maria Theresia einziges Kind Kaiser Josephs II. dunkel

Unknown author Unknown author

https://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=10052500

Bildquelle: File:Erzherzogin Maria Theresia einziges Kind Kaiser Josephs II. dunkel.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Maria Theresia Elisabeth Philippine Luise Josepha Johanna von Habsburg-Lothringen wurde am 20. März 1762 in Wien geboren. Sie war das erste Kind des österreichischen Erzherzogs Joseph, des späteren römisch-deutschen Kaisers und ungarischen Königs Joseph II., und dessen Ehefrau Isabella von Parma, einer spanischen Infantin. Ihr Vater war der Thronfolger des Habsburgerreiches nach seiner Mutter, der Kaiserin Maria Theresia. Als Maria Theresia zwei Jahre alt war, wurde Joseph zum römischen König gewählt und gekrönt, womit er zum designierten Nachfolger des Kaisertitels wurde. Maria Theresia war sein einziges Kind, das eine längere Zeit überlebte. Ihr Vater begegnete ihr von Anfang an mit großer Zuneigung. Isabella von Parma litt dagegen unter schweren psychischen Problemen, möglicherweise Depressionen oder einer bipolaren Störung, und schenkte ihrer Tochter vermutlich nur wenig Aufmerksamkeit. In ihrer vertraulichen Korrespondenz erwähnte sie Maria Theresia nur ein einziges Mal beiläufig, in ihren persönlichen Aufzeichnungen überhaupt nicht. Isabella entwickelte suizidale Gedanken und sagte wiederholt voraus, dass sie ihren 22. Geburtstag nicht erleben werde und ihre Tochter bald darauf „mitnehmen“ würde. Tatsächlich starb sie drei Monate vor ihrem 22. Geburtstag. Aus ihren Schriften geht zugleich hervor, dass Isabella fortschrittliche Vorstellungen von Kindererziehung hatte: Sie hielt Freundlichkeit und vernünftige Erklärungen für sinnvoll und lehnte autoritäre Erziehung sowie körperliche Bestrafung ab. Wie sie diese Grundsätze im Umgang mit ihrer Tochter umsetzte, ist jedoch nicht bekannt. Isabellas Ehe war durch vier Schwangerschaften, von denen zwei mit Fehlgeburten endeten, körperlich und seelisch belastet. Im November 1763 starb sie an den Pocken, nachdem sie eine Frühgeborene, Erzherzogin Maria Christina, zur Welt gebracht hatte, die noch am selben Tag starb. Maria Theresia war damals erst etwa eineinhalb Jahre alt. Sie wuchs dennoch in einer großen Familie auf. Bei ihrer Geburt lebten neun Geschwister ihres Vaters am Hof, darunter der jüngste, Erzherzog Maximilian Franz, der nur sieben Jahre älter war als sie. Zu ihren Verwandten gehörte auch ihre jüngste Tante Maria Antonia, die später als Marie-Antoinette Königin von Frankreich bekannt wurde. Nach dem Tod seiner geliebten Ehefrau richtete Joseph seine Gefühle ganz auf seine Tochter. Da Kaiserin Maria Theresia jedoch einen männlichen Erben erwartete, heiratete er 1765 seine Cousine zweiten Grades, Maria Josepha von Bayern. Die Ehe verlief unglücklich. Maria Josepha starb 1767 ebenfalls an den Pocken. Über ihr Verhältnis zu Maria Theresia ist nichts überliefert. Der Tod begleitete das kurze Leben der Erzherzogin auf ungewöhnliche Weise. Neben ihrer Mutter verlor sie im Alter von drei Jahren ihren Großvater väterlicherseits, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen. Nach dessen Tod wurde ihr Vater selbst Kaiser. 1767 starben außerdem zunächst ihre Stiefmutter und anschließend ihre sechzehnjährige Tante Maria Josepha, die kurz vor ihrer Hochzeit stand, an derselben Krankheit. Um weitere Erkrankungen zu verhindern, ließ Kaiserin Maria Theresia 1768 Maria Theresia und die übrigen Familienmitglieder, die noch keine Pocken gehabt hatten, durch Variolation gegen die Krankheit impfen. Die Maßnahme konnte das Mädchen jedoch nicht vor ihrem frühen Tod bewahren. Im Alter von sieben Jahren erkrankte sie an einer Rippenfellentzündung. Sie nahm weder von anderen Menschen Nahrung noch Medizin an, weshalb ihr Vater sie selbst pflegte und dabei keine Ruhe fand. Am 23. Januar 1770 starb Maria Theresia in Wien. Die Erzherzogin wurde neben ihrer Mutter und ihrer im Säuglingsalter verstorbenen Schwester in der Kaisergruft beigesetzt. Ihr Tod erschütterte Joseph II. zutiefst. In einem Brief an seinen Schwiegervater, Philipp von Parma, schrieb er, er habe aufgehört, Vater zu sein, und könne den Verlust kaum ertragen. Immer wieder habe er nur denken und sagen können: „Gott, gib mir meine Tochter zurück.“ Maria Theresias Sarg wurde in einen von Balthasar Ferdinand Moll geschaffenen Sarkophag im spätrokokalen Stil gelegt. Der Sarkophag trägt das Wappen der Erzherzogin mit den Wappen Ungarns, Burgunds, Etruriens, Österreichs und Lothringens sowie der erzherzoglichen Krone. Auf dem Deckel liegt die Darstellung eines schlafenden Mädchens in langem Gewand. Neben ihrem Kopf befinden sich zwei Kronen; in den Händen hält sie einen Rosenkranz und ein Kruzifix. Die lateinische Grabinschrift würdigt ihre Frömmigkeit, ihr vornehmes Wesen, ihren scharfen Verstand sowie die Schönheit ihrer geistigen und körperlichen Gaben. Sie beschreibt Maria Theresia als ein Kind, das eher des Himmels als der Erde würdig gewesen sei.

Quelle: Habsburg–Lotaringiai Mária Terézia főhercegnő (hu, 27478429). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

Eltern

Kinder

Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.

Partnerinnen und Partner

Keine geprüften Partnerschaften vorhanden.