Person
Maria de las Mercedes d’Orléans-Montpensier
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
24.06.1860
Tod
26.06.1878

Bildnachweis
Mercedes, Queen of Spain
Unknown author Unknown author
http://www.gogmsite.net/iberian-style-in-the-bustle/subalbum-queen-maria-de-las/1877-maria-de-las-mercedes.html
Bildquelle: File:Mercedes, Queen of Spain.jpg · Lizenz: Public domain
Für die Darstellung in der Größe angepasst.
Biografie
María de las Mercedes de Orleans y Borbón wurde am 24. Juni 1860 in Madrid als Tochter von Antonio de Orleans, Herzog von Montpensier, und María Luisa, einer Schwester der spanischen Königin Isabel II., geboren. Sie wurde noch am Tag ihrer Geburt in der Kapelle des Königlichen Palastes getauft. Ihre Taufpaten waren Isabel II. und deren Ehemann Francisco de Asís.
Die Familie lebte gewöhnlich im Palacio de San Telmo in Sevilla. María de las Mercedes wuchs in einer politisch bewegten Zeit auf. Ihr Vater gehörte dem französischen Königshaus an und war der Sohn von König Louis Philippe I. Zugleich war er durch seine Ehe mit María Luisa eng mit der spanischen Monarchie verbunden. 1868 unterstützte der Herzog von Montpensier Pläne zum Sturz Isabels II. Daraufhin musste er mit seiner Familie nach Lissabon ins Exil gehen. Nach dem Erfolg der Revolution und der Verbannung Isabels II. kehrte die Familie 1869 nach Sevilla zurück.
Isabel II. übertrug 1870 ihre Thronrechte auf ihren Sohn Alfonso. In den folgenden Jahren kam es zu Verhandlungen über die politische Unterstützung Alfonsos durch den Herzog von Montpensier. Ein Abkommen sah unter anderem vor, dass der Herzog Alfonsos Thronansprüche anerkennen und im Fall einer Minderjährigkeit des künftigen Königs gemeinsam mit María Cristina de Borbón-Dos Sicilias die Regentschaft übernehmen sollte. Außerdem war eine mögliche Ehe zwischen Alfonso und María de las Mercedes vorgesehen, sofern beide damit einverstanden waren.
Während der Weihnachtszeit 1872 hielten sich Isabel II. und Alfonso im Schloss Randan auf, zu dem sie vom Herzog und María Luisa eingeladen worden waren. Dort verliebte sich Alfonso in María de las Mercedes, und die beiden verlobten sich. Ihre Beziehung war jedoch von Spannungen innerhalb der königlichen Familie begleitet. Das Verhältnis zwischen Isabel II. und dem Herzog von Montpensier blieb schwierig, insbesondere wegen der geplanten Verbindung ihrer Kinder. 1874 wurde Alfonso nach dem Aufstand von Sagunto unter dem General Martínez Campos zum König von Spanien ausgerufen.
Im Oktober 1876 kehrten María de las Mercedes und ihre Familie endgültig nach Spanien zurück. In Madrid trafen sie mit Alfonso XII. zusammen, der sein früheres Liebesversprechen erneuerte. Anschließend reiste die Familie nach Sevilla, wo sie Isabel II. und deren Töchter traf. Die mehrtägigen Empfänge im Palacio de San Telmo spiegelten die gesellschaftliche Bedeutung der geplanten Ehe wider. Auch während Alfonsos Aufenthalt in Sevilla im Frühjahr 1877 besuchte der König den Palast nahezu täglich.
Am 7. Dezember 1877 bat Alfonso XII. offiziell um die Hand María de las Mercedes’. Er schickte den Marquis von Alcañices mit einem persönlichen Schreiben nach Sevilla. Der Gesandte übergab den Brief im Palacio de San Telmo in feierlichem Rahmen. María de las Mercedes erhielt dabei ein Armband aus Gold, Rubinen und Diamanten. Am folgenden Tag reisten die Abgesandten mit der Zustimmung ihres Vaters nach Madrid zurück; am 10. Dezember wurde die Antwort dem König im Königlichen Palast übergeben.
Alfonso XII. verbrachte die Zeit vom 22. Dezember 1877 bis zum 8. Januar 1878 überwiegend in Sevilla bei seiner Verlobten und deren Familie. Zu Ehren des Paares veranstaltete der Herzog von Montpensier am 26. Dezember einen großen Ball im Palacio de San Telmo, an dem mehr als zweitausend Angehörige der andalusischen Elite teilnahmen. Am 22. Januar 1878 wurden die Eheverträge unterzeichnet. María de las Mercedes’ Mitgift wurde auf eineinhalb Millionen Peseten festgesetzt und umfasste unter anderem Schmuck, Aktien, ein ehemaliges Haus Hernán Cortés’ in Castilleja de la Cuesta sowie das Landgut Santa Águeda bei Bolonia.
Die Hochzeit fand am 23. Januar 1878 in der Basílica de Atocha in Madrid statt. María de las Mercedes wurde damit Königin von Spanien. Isabel II., die der Ehe nur widerwillig zugestimmt hatte, nahm an der Trauung nicht teil. Die junge Königin blieb jedoch nur kurze Zeit an der Seite Alfonsos. Im März erlitt sie nach einem langen Ausritt eine Fehlgeburt und erkrankte anschließend. Im April erholte sie sich zunächst wieder. Ende Mai setzte jedoch eine zunehmende Erschöpfung ein. Am 22. Juni bekam sie Blutungen. Ihre Eltern trafen am folgenden Tag aus Italien in Madrid ein, doch María de las Mercedes starb am 26. Juni 1878, nur zwei Tage nach ihrem achtzehnten Geburtstag. Ein zeitgenössischer ärztlicher Bericht führte ihren Tod auf ein nervöses Magenfieber mit starken Darmblutungen zurück; heute wird als Ursache Typhus angenommen.
Zunächst wurde sie in der Basilika des Klosters San Lorenzo de El Escorial beigesetzt. Da sie keine Mutter eines Königs gewesen war, durfte sie nicht im Pantheon der Könige ruhen. Auf Wunsch Alfonsos XII. wurden ihre sterblichen Überreste am 8. November 2000 in die Kathedrale von Almudena in Madrid überführt. Ihr früher Tod und die Liebesgeschichte mit Alfonso XII. gingen in die spanische Erinnerungskultur ein. Sie inspirierten ein Kinderlied, das vielfach aufgeführte Lied „Romance de la Reina Mercedes“, zwei Filme über die Beziehung zu Alfonso XII. sowie eine historische Romanbiografie.
Quelle: María de las Mercedes de Orleans (es, 174007931). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.