Person
Maria Anna von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
18.09.1718
14.09.1718
Tod
16.12.1744

Bildnachweis
"Portrait painting of the Archduchess Maria Anna of Austria"
Martin van Meytens
https://www.tumblr.com/search/archduchess
Bildquelle: File:Maria Anna of Austria, governor of the Habsburg Netherlands.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Maria Anna von Österreich, mit vollständigem Namen Maria Anna Eleonore Wilhelmine Josepha von Österreich, wurde am 18. September 1718 im Wiener Hofburgpalast geboren. Sie war eine Erzherzogin aus dem Haus Habsburg, die jüngere Schwester Maria Theresias und die Tochter Kaiser Karls VI. und seiner Ehefrau Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren Maria Annas von Österreich, der Königin von Portugal. Zu ihren Taufpatinnen gehörte ihre Tante Maria Josepha. Die Taufe wurde in Wien mit großem Aufwand gefeiert; auch in Brüssel, in den Österreichischen Niederlanden, fanden Festlichkeiten statt.
Ihre Geburt wurde von ihrem Vater zunächst enttäuscht aufgenommen, da er auf einen Sohn gehofft hatte. Einige Monate später entwickelte er jedoch eine enge Zuneigung zu seiner Tochter und nannte sie liebevoll „Mariandl“. Maria Anna war das zweite Mädchen der Familie. Ihr älterer Bruder Leopold Johann war bereits vor ihrer Geburt im Alter von nur sieben Monaten gestorben. Nach ihr kam noch ihre jüngere Schwester Maria Amalia zur Welt, die jedoch ebenfalls früh starb und nur sechs Jahre alt wurde.
Maria Anna wuchs in einem familiären Umfeld auf, das in der Darstellung eher bürgerlich als höfisch-aristokratisch geprägt war. Ihre Mutter galt als vernünftig, bescheiden und fleißig. Sie war musikalisch begabt, ging gern auf die Jagd und erfüllte ihre repräsentativen Aufgaben gewissenhaft. Zu den Verwandten ihres Mannes unterhielt sie gute Beziehungen. Die wiederholten Versuche, noch einen Sohn zu bekommen, belasteten allerdings ihre Gesundheit schwer. Karl VI. sorgte sich um ihren Zustand, hatte jedoch zugleich Mätressen.
Schon vor Maria Annas Geburt hatte Karl VI. die Pragmatische Sanktion erlassen. Dieses Gesetz sollte seinen Töchtern die Thronfolge sichern, falls kein männlicher Erbe vorhanden war. Zwischen 1720 und 1724 wurde die Regelung von den Landtagen des Reiches anerkannt und am 6. Dezember 1724 veröffentlicht. Zunächst stimmten ihr fast alle führenden europäischen Mächte zu. Für Maria Anna und ihre Schwester Maria Theresia bestimmte diese Regelung maßgeblich den politischen Hintergrund ihrer Kindheit und ihres späteren Lebens.
Im Jahr 1725 wurde über eine Ehe Maria Annas mit dem spanischen Infanten Philipp, dem dritten Sohn König Philipps V., verhandelt. Die geplante Verbindung sollte die Beziehungen zwischen Österreich und Spanien stärken, wo inzwischen die Bourbonen regierten. Ein Vertrag vom 30. April 1725 sah vor, dass Österreich auf Ansprüche auf den spanischen Thron verzichtete, während Spanien die Pragmatische Sanktion anerkennen sollte. Der Krieg zwischen Großbritannien und Spanien veränderte jedoch die internationale Lage, sodass das Eheprojekt aufgegeben wurde.
Maria Anna erhielt ihre Ausbildung am Wiener Kaiserhof. Ihre Gouvernante war die verwitwete Gräfin von Thurn und Taxis, geborene Gräfin Susche. Ab 1728 unterrichtete Gräfin Karoline von Fuchs-Mollard die Erzherzoginnen im höfischen Benehmen. Zwischen ihr und den Mädchen entstand ein herzliches Verhältnis. Da Karl VI. weiterhin auf einen Sohn hoffte, wurden Maria Anna und ihre Schwestern nicht in die Staatsgeschäfte eingeführt. Stattdessen lernten sie Sprachen, Zeichnen, Malerei, Musik und Tanz – Fächer, die damals als Vorbereitung auf die Rolle einer adeligen Ehefrau galten.
Eine entscheidende Wendung trat ein, als Maria Theresia 1736 Herzog Franz Stephan von Lothringen heiratete. Maria Anna verliebte sich in dessen jüngeren Bruder Karl von Lothringen. Ihr Vater lehnte die Verbindung zunächst ab, weil er den möglichen Schwiegersohn politisch für unbedeutend hielt. Erst nach Karls VI. Tod und langen Verhandlungen stimmte Maria Theresia der Ehe zu. Auch Elisabeth Christine billigte die Wahl ihrer Tochter.
Maria Anna heiratete im Alter von 25 Jahren den 31-jährigen Prinzen Karl von Lothringen, nachdem die erforderliche päpstliche Genehmigung erteilt worden war. Karl war Feldmarschall und hatte bereits in den Russisch-Türkischen sowie den Österreichisch-Preußischen Kriegen Erfahrungen gesammelt. Die Hochzeit fand am 7. Januar 1744 in der Wiener Augustinerkirche statt. Bereits am folgenden Tag wurden die Eheleute zu Statthaltern der Österreichischen Niederlande ernannt. Im Februar brachen sie in ihre neuen Gebiete auf.
Ihre Reise führte sie über Westwesel, Antwerpen und Mecheln nach Brüssel. Trotz des Kriegszustands mit Frankreich wurden sie am 26. März 1744 in der Hauptstadt festlich und von der Bevölkerung freundlich empfangen. Zu den Feierlichkeiten gehörten Gottesdienste, Bälle und Bankette. Auch die im Land stationierten britischen Truppen begrüßten die neuen Statthalter. Das Paar residierte im Nassau-Palast; als Sommerresidenz diente Schloss Tervuren bei Brüssel. Der Staatsrat tagte im Granvelle-Palast.
Die erneuten Kämpfe mit Preußen zwangen Karl bald, zu seinen Truppen nach Böhmen zurückzukehren. Am 4. Mai verließ er Brüssel und ließ seine schwangere Frau zurück. Bei ihren Regierungsaufgaben sollte sie Fürst Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg unterstützen. Maria Anna inspizierte am 26. Mai die britischen Truppen. Kurz darauf drang die französische Armee in die Österreichischen Niederlande ein und eroberte mehrere Städte. Ein Friedensgesuch an Ludwig XV. blieb erfolglos. Die Lage änderte sich erst, als Karl mit einer verbündeten Armee von 70.000 Soldaten den Rhein überschritt und die französischen Truppen sich schließlich nach Straßburg zurückzogen.
Während der Abwesenheit ihres Mannes stand Maria Anna in engem Briefwechsel mit ihrer Schwester Maria Theresia. Die Briefe spiegeln die diplomatischen Beziehungen jener Zeit wider. Am 6. Oktober 1744 brachte Maria Anna ein totes Mädchen zur Welt. Von der Geburt erholte sie sich nicht. Ihre Kräfte schwanden, und ab dem 9. Oktober litt sie unter bedrohlicher Schwäche und anhaltendem Fieber. Am 16. Dezember 1744 starb sie in den Österreichischen Niederlanden. Karl erfuhr von ihrem Tod in Wien, kurz nach seinem Sieg über die preußischen Truppen. Er heiratete nicht wieder, hatte jedoch uneheliche Kinder.
Maria Anna wurde zunächst gemeinsam mit ihrem Kind im Brüsseler Dom bestattet. Auf Wunsch Maria Theresias brachte man ihren Leichnam später nach Wien und setzte ihn in der Kaisergruft der Kapuzinerkirche bei. Ihr Herz und ihre Eingeweide wurden entsprechend der habsburgischen Begräbnistradition an anderen Orten beigesetzt. Die Bestattung wurde mit großer Pracht begangen. Karl von Lothringen blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1780 Statthalter der Niederlande und war beim Volk weiterhin beliebt. Am Brüsseler Hof übernahm seine Schwester Anna Charlotte von Lothringen die Rolle der ersten Dame. Maria Anna war außerdem Trägerin des Sternkreuzordens.
Quelle: Марія Анна Австрійська (1718–1744) (uk, 46656328). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0