Person
Margarethe von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
Keine geprüfte Geburtsangabe vorhanden.
Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Margarete von Österreich wurde 1346 in Wien als Tochter Herzog Albrechts II. von Österreich und seiner Ehefrau Johanna von Pfirt geboren. Sie entstammte dem Haus Habsburg und spielte durch ihre beiden Ehen eine Rolle in den dynastischen und politischen Verbindungen zwischen den Habsburgern, den Wittelsbachern und den böhmisch-mährischen Fürstenhäusern. Zunächst wurde sie Gräfin von Tirol, später Markgräfin von Mähren. Sie starb bereits im Alter von etwa neunzehn Jahren.
Ihre erste Ehe wurde im Rahmen einer politischen Annäherung zwischen den Habsburgern und dem Haus Wittelsbach vereinbart. Schon am 10. August 1352 war in Baden im Aargau ein Eheversprechen zwischen Margarete und Meinhard III. von Bayern ausgetauscht worden. Meinhard, der 1344 geboren worden war, war Herzog von Bayern und Graf von Tirol. Margaretes Vater Albrecht II. wollte mit der Verbindung die Beziehungen zu Meinhards Familie verbessern. Auch Meinhards Eltern, Ludwig V. von Bayern und Margarete von Kärnten, strebten eine Befriedung ihres Verhältnisses zu den Habsburgern an.
Die Ehe wurde ungefähr am 3. September 1359 in München geschlossen. Sie war mit umfangreichen finanziellen Regelungen verbunden. Margaretes Mitgift wurde auf 30.000 Gulden festgesetzt. Darüber hinaus zahlte Ludwig V. eine Gegengabe von 45.000 Gulden sowie eine Morgengabe von 12.500 Gulden. Meinhard sicherte seiner Ehefrau als Witwengut mehrere Besitzungen zu, die zuvor zum Witwengut seiner Mutter Margarete von Kärnten gehört hatten: Landsberg, Weilheim, Pähl und Bad Aibling.
Die Eheschließung erforderte außerdem eine kirchliche Genehmigung, da Margarete und Meinhard miteinander verwandt waren. Sie standen im dritten und vierten Verwandtschaftsgrad. Auf Anweisung Papst Innozenz’ VI. erteilte der Gurker Bischof Paul am 3. September 1359 die notwendige Dispens. Der Papst hatte diese Genehmigung bereits im April 1358 angeordnet und dabei ausdrücklich das Ziel genannt, Frieden zwischen den beteiligten Familien zu fördern. Die Regelung war ungewöhnlich umfassend: Die Kirche erkannte zunächst nachträglich die Ehe von Meinhards Eltern, Ludwig V. und Margarete von Kärnten, an, legitimierte Meinhard und erteilte schließlich die Dispens für seine Ehe mit Margarete. Albrecht II. von Österreich hatte auf diese Entscheidung maßgeblichen Druck ausgeübt.
Margaretes Ehe mit Meinhard dauerte nur wenige Jahre. Meinhard III. starb am 13. Januar 1363. Nach seinem Tod wurde Margarete zur Witwe und heiratete erneut. Um den 26. Februar 1364 vermählte sie sich in Wien mit Johann Heinrich von Mähren, dem Markgrafen von Mähren und Fürsten von Böhmen. Johann Heinrich, der von 1322 bis 1375 lebte, war bereits viermal verheiratet gewesen; Margarete wurde seine vierte Ehefrau.
Die zweite Ehe wurde von Margaretes Bruder Rudolf IV. von Österreich arrangiert. Sie stand im Zusammenhang mit der habsburgischen Familienpolitik, die darauf abzielte, den Einfluss der Habsburger in Kärnten und Tirol zu sichern und auszubauen. Im Gegenzug für eine neue Mitgift von 10.000 Prager Groschen erklärte Margarete offiziell, auf sämtliche Ansprüche am habsburgischen Erbe zu verzichten. Außerdem gab sie Rechte an der Mark Brandenburg auf, die ihr aus ihrer ersten Ehe zugekommen waren.
Auch für diese Verbindung war eine kirchliche Dispens notwendig. Papst Urban V. erteilte sie am 30. Mai 1364 in Avignon nachträglich, da Margarete und Johann Heinrich im dritten Grad miteinander verwandt waren. Zugleich bestand offenbar ein weiteres kirchenrechtliches Hindernis: Johann Heinrich war mit Margaretes erstem Ehemann Meinhard III. in einem Verwandtschaftsverhältnis, sodass die Wiederverheiratung mit einem Verwandten des früheren Ehemanns grundsätzlich als problematisch galt. Die päpstliche Kurie scheint dieses Hindernis jedoch nicht berücksichtigt zu haben.
Aus keiner ihrer beiden Ehen gingen Kinder hervor. Margarete starb am 14. Januar 1366 in Brünn. Dort wurde sie in der Thomaskirche beigesetzt. Eine spätere Angabe, sie sei zusätzlich mit dem brandenburgischen Markgrafen Otto V. von Bayern verheiratet gewesen, beruht auf einem Irrtum des Historikers Johann Jakob Fugger. Margaretes kurzes Leben war damit vor allem von dynastischen Heiratsplänen geprägt, die der politischen Versöhnung und der Ausweitung habsburgischer Interessen im spätmittelalterlichen Mitteleuropa dienten.
Quelle: Marguerite d'Autriche (1346-1366) (fr, 238963011). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.