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Leopold Wilhelm von Österreich

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Porträt von Leopold Wilhelm von Österreich
Bildnachweis

German: Erzherzog Leopold Wilhelm (1614-1662) Archduke Leopold Wilhelm of Austria (1614-1662) title QS:P1476,de:"Erzherzog Leopold Wilhelm (1614-1662)" label QS:Lde,"Erzherzog Leopold Wilhelm (1614-1662)" label QS:Len,"Archduke Leopold Wilhelm of Austria (1614-1662)"

Pieter Thijs

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Bildquelle: File:Archduke Leopold Wilhelm of Austria by Pieter Thijs.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich wurde am 5. Januar 1614 in Wiener Neustadt geboren und starb am 20. November 1662 in Wien. Er entstammte dem Haus Habsburg und war der jüngste Sohn Kaiser Ferdinands II. sowie der Bruder des späteren Kaisers Ferdinand III. Als jüngerer Sohn war für ihn von Anfang an eine Laufbahn als Kirchenfürst vorgesehen, die auch seinen persönlichen Neigungen entsprach. Dennoch verbrachte er den größten Teil seines Lebens in diplomatischen und militärischen Diensten für die habsburgischen Herrscher. Bekannt blieb er vor allem als bedeutender Kunstmäzen. Bereits 1626 übernahm Leopold Wilhelm die Nachfolge seines zurückgetretenen Onkels Leopold als Bischof von Passau und Straßburg sowie als Fürstabt von Murbach. Im Verlauf der Gegenreformation erhielt er weitere kirchliche Ämter. Er wurde Bischof von Halberstadt und Magdeburg und Kommendatarabt der Reichsabtei Hersfeld. Das Erzbistum Magdeburg gab er im Zusammenhang mit dem Prager Frieden an Herzog August von Sachsen-Weißenfels zurück. Später kamen das Amt des Hochmeisters des Deutschen Ordens sowie die Bistümer Olmütz und Breslau hinzu. Eine derartige Häufung von Ämtern war ungewöhnlich und widersprach eigentlich den Reformbestrebungen des Konzils von Trient. Sie wurde jedoch als notwendig angesehen, um katholische Kirchengebiete zurückzugewinnen und solche Gebiete zu sichern, die durch Reformation und Säkularisation bedroht waren. Leopold Wilhelm galt als verantwortungsbewusster und persönlich sehr frommer Bischof. Seine kirchliche Ausbildung bereitete ihn allerdings nur begrenzt auf die militärische Führung vor. In manchen zeitgenössischen Einschätzungen wurde er sogar als ungeeignet für eine Feldherrenlaufbahn angesehen. Trotzdem übertrug ihm sein Bruder Ferdinand während der Endphase des Dreißigjährigen Krieges zweimal den Oberbefehl über das kaiserliche Heer. Seine erste Amtszeit dauerte von September 1639 bis Februar 1643. Dabei gelang es Leopold Wilhelm, mit Unterstützung des erfahrenen Offiziers Ottavio Piccolomini, die 1639 nach Böhmen eingedrungenen Schweden zurückzudrängen. 1640 eroberten seine Truppen Stellungen an der Weser. Nach dem schwedischen Angriff unter Feldmarschall Johan Banér auf den Regensburger Reichstag führte Leopold Wilhelm 1641 einen erfolgreichen Gegenschlag. Auch nach der besonders verheerenden schwedischen Offensive unter Torstensson im Jahr 1642 konnten die kaiserlichen Truppen die Schweden aus Schlesien verdrängen. Anschließend nahm Leopold Wilhelm jedoch gegen Piccolominis Rat die Zweite Schlacht bei Breitenfeld an und erlitt eine schwere Niederlage. Über die Ursachen des Misserfolgs kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Mehrere Offiziere, die Leopold Wilhelm für die Niederlage verantwortlich machte, wurden hingerichtet. Kurz darauf legten sowohl er als auch Piccolomini ihr Kommando nieder. Im Mai 1645 übernahm Leopold Wilhelm zum zweiten Mal den Oberbefehl. Das kaiserliche Heer war Ende 1644 unter Matthias Gallas weitgehend vernichtet worden, und die Niederlage von Jankau im März 1645 hatte Wien und Prag bedroht. Leopold Wilhelm organisierte daraufhin erfolgreich die Verteidigung an der Donau. Ende Mai hielt er eine schwedische Vorhut in der Brigittenau auf. Auch ein weiterer schwedischer Versuch im August, die Donau zu überschreiten, scheiterte; die Schweden zogen sich aus Niederösterreich zurück. In Mähren verteidigten die kaiserlichen Truppen Brünn. Außerdem unterstützte Leopold Wilhelm die Bayern nach ihrer Niederlage bei Alerheim im Kampf gegen die Franzosen. Matthias Gallas stand ihm zunächst beratend zur Seite, wurde jedoch Ende 1645 aus seinem Amt gedrängt, nachdem Höflinge und Offiziere begonnen hatten, die Autorität des Erzherzogs zu untergraben und Gallas als Oberbefehlshaber zurückzufordern. Der Feldzug von Böhmen nach Hessen im Jahr 1646 verlief unglücklich. Wegen Versorgungsschwierigkeiten musste Leopold Wilhelm den Rückzug antreten und wurde dabei von schwedischen und französischen Truppen ausmanövriert, die das bayerische Schwaben verwüsteten. Ende 1646 ernannte ihn der spanische König Philipp IV. zum Statthalter der Spanischen Niederlande. Damit wollte der König seine österreichischen Verwandten enger an Spanien binden. Leopold Wilhelm konnte zunächst den Frieden mit den Vereinigten Niederlanden schließen und sich dadurch stärker auf den Krieg gegen Frankreich konzentrieren. Anfangs erzielte er militärische Erfolge, doch im August 1648 verlor er in der Schlacht bei Lens große Teile seines Heeres gegen die französischen Truppen unter Louis II. von Bourbon-Condé. Die inneren Unruhen der Fronde in Frankreich ermöglichten Spanien dennoch weitere Erfolge und die Rückgewinnung mehrerer Festungen bis 1653. In den folgenden Jahren gingen diese Gewinne jedoch wieder verloren. 1656 gab Leopold Wilhelm die Statthalterschaft auf. Neben seinen politischen, kirchlichen und militärischen Aufgaben widmete sich Leopold Wilhelm der Kunst und der Literatur. Mit Hingabe und Talent schrieb er zahlreiche Gedichte in italienischer Sprache. Seine größte historische Bedeutung erlangte er jedoch als Sammler. In den Spanischen Niederlanden baute er eine umfangreiche Kunstsammlung auf, die vor allem niederländische und italienische Meister umfasste, darunter venezianische Künstler des 16. Jahrhunderts. Der Maler David Teniers betreute die Sammlung und hielt sie in zahlreichen Galeriebildern fest. Ein beträchtlicher Teil der Werke stammte aus Versteigerungen des englischen Adels, der unter der puritanischen Herrschaft Cromwells vertrieben oder hingerichtet worden war. Die Sammlung erbte Leopold Wilhelms Neffe Leopold I., wodurch sie in den kaiserlichen Besitz gelangte. Der größte Teil befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Auch Leopold Wilhelms Münzsammlung wurde später, unter Kaiser Karl VI., in die kaiserliche Münzsammlung aufgenommen und gehört damit zu den ältesten Beständen des Wiener Münzkabinetts. Nach dem Tod seines Bruders Ferdinand galt Leopold Wilhelm als möglicher Nachfolger auf dem Kaiserthron. Er unterstützte jedoch seinen Neffen Leopold, der im Sommer 1658 zum neuen Kaiser gewählt wurde. Leopold Wilhelm wurde in der Kaisergruft der Kapuzinerkirche beigesetzt. Wie einige andere Habsburger erhielt er eine getrennte Bestattung, bei der sein Körper auf die drei traditionellen Wiener Begräbnisstätten des Hauses aufgeteilt wurde. 1863 nahm Kaiser Franz Joseph I. ihn in die Liste der berühmtesten österreichischen Kriegsfürsten und Feldherren auf. Zu seinem Andenken wurde 1867 eine lebensgroße Marmोrstatue für die Feldherrenhalle des damaligen kaiserlich-königlichen Hofwaffenmuseums, des heutigen Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, geschaffen.

Quelle: Leopold Wilhelm von Österreich (de, 267749227). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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