Person

Leopold von Österreich-Toskana

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Geburt

  1. 30.01.1897

Tod

  1. 14.03.1958

Biografie

Leopold Maria von Österreich-Toskana wurde am 30. Januar 1897 in Agram, dem historischen deutsch-österreichischen Namen für Zagreb, geboren. Er war das fünfte Kind und der zweite Sohn des Erzherzogs Leopold Salvator von Österreich-Toskana und der Prinzessin Blanca von Bourbon, einer Tochter des carlistischen Thronprätendenten Karl von Bourbon, Herzog von Madrid. Bei seiner Geburt erhielt er den umfangreichen Namen Leopold Maria Alfons Blanka Karl Anton Beatrix Michael Joseph Peter Ignatz von Habsburg-Lothringen. Während des Ersten Weltkriegs diente Leopold gemeinsam mit seinem älteren Bruder, Erzherzog Rainer, als Leutnant der Artillerie in der österreichisch-ungarischen Armee. Sein Einsatz am 25. Mai 1917 in der Schlacht von Medeazza bei Triest wurde anerkennend erwähnt. Im Alter von 19 Jahren ernannte ihn Kaiser Karl als letzte Person zum Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. Leopold nahm außerdem an den Kämpfen an der Piave-Front teil. Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie und der Gründung der Ersten Republik Österreich erkannte Leopold die neue Staatsordnung an und verzichtete auf seine Thronrechte. Dadurch konnte er in Österreich bleiben und eine Frau außerhalb der europäischen Königs- und Fürstenhäuser heiraten. Er liebte die kroatische Baronin Dagmar Nicolics-Podrinska, die am 15. Juli 1898 in Zagreb geboren wurde und am 15. November 1967 in Lausanne starb. Leopolds Eltern waren zunächst gegen die Verbindung, weil Dagmar keiner königlichen Familie entstammte. Das Paar heiratete am 12. April 1919 in Wien in einer morganatischen Ehe. Dagmar führte daraufhin den Titel Baronin von Wolfenau. Aus der Ehe ging eine einzige Tochter hervor: Gabrielle von Habsburg-Lothringen, geboren am 15. Mai 1921 in Wien und gestorben 1996 in Zürich. Sie wurde 1922 zur Gräfin von Wolfenau erhoben. 1948 heiratete sie den Schweizer Bankier Johannes von der Mühll. Das Paar bekam in der Schweiz zwei Töchter und einen Sohn, bevor die Ehe 1958 geschieden wurde. Über seine Mutter war Leopold mit den bourbonischen Ansprüchen auf den spanischen Thron verbunden. Nach dem Tod seines Onkels Jacques, Herzog von Anjou und Madrid, im Jahr 1931 sahen ihn manche als möglichen Erben der carlistischen Thronansprüche an. Da er jedoch durch seine morganatische Heirat von 1919 auf seinen fürstlichen Rang verzichtet hatte, überließ er diese Ansprüche zunächst seinem jüngeren Bruder, Erzherzog Karl Pius von Österreich. Nachdem dieser 1953 gestorben war, nahm Leopold die Ansprüche wieder auf. Im Jahr 1930 geriet Leopold in einen aufsehenerregenden Betrugsfall. Ein Paar, das sich „Colonel Townsend“ und „Prinzessin Baronti“ nannte, bat ihn, seine Identität gegenüber Erzherzogin Marie Therese, einer Schwägerin Kaiser Franz Josephs I., zu bestätigen. Die beiden wollten beim Verkauf des sogenannten Napoleon-Diamanthalsbands vermitteln, eines Familienschmucks, den Marie Therese seit Jahren zu verkaufen versuchte. Leopold erklärte sich bereit, ihnen zu helfen, wenn er im Erfolgsfall 20.000 Dollar erhielte. Das Paar verkaufte das Halsband jedoch für nur 60.000 Dollar, obwohl sein Wert auf 400.000 Dollar geschätzt wurde, und zahlte Marie Therese lediglich 7.270 Dollar aus. Der anschließende Rechtsstreit und der öffentliche Skandal führten dazu, dass Leopold wegen Beihilfe zu Betrug und wegen Unterschlagung des Verkaufserlöses angeklagt wurde. Nach seiner Übergabe an die Behörden verbrachte er zwölf Tage im New Yorker Gefängnis The Tombs, bis ein Nachbar seine Kaution bezahlte. Schließlich wurde er vom ersten Vorwurf freigesprochen; die Verurteilung im zweiten Anklagepunkt wurde aufgehoben. Nach der Scheidung von Dagmar im Jahr 1931 emigrierte Leopold in die Vereinigten Staaten. Dort trat er unter dem Namen „Mr. Leopold H(absburg) Lorraine“ auf. 1932 heiratete er erneut morganatisch, diesmal die Amerikanerin Alicia Gibson Coburn. Diese Ehe blieb kinderlos und wurde ebenfalls geschieden. Zeitweise versuchte Leopold, in Hollywood Fuß zu fassen, und erhielt mehrere kleinere Rollen, darunter 1928 in John Fords Filmdrama „Four Sons“. Später ließ er sich mit seiner zweiten Ehefrau in Willimantic im US-Bundesstaat Connecticut nieder. Den Rest seines Lebens verbrachte er als Fabrikarbeiter in einem einfachen Haus. 1953 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Leopold starb am 14. März 1958 in Connecticut. Seine Asche wurde in Grab 91 der Kaisergruft in Wien beigesetzt.

Quelle: Léopold de Habsbourg-Toscane (fr, 239683747). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0