Person
Karoline Auguste von Bayern
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
08.02.1792
Tod
09.02.1873

Bildnachweis
Karoline Auguste von Bayern
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Biografie
Karolina Augusta, geborene Prinzessin Charlotte Auguste Caroline, wurde am 8. Februar 1792 in Mannheim geboren. Sie entstammte dem birkenfeld-zweibrückischen Zweig des Hauses Wittelsbach. Ihr Vater war Maximilian Joseph, Herzog von Pfalz-Zweibrücken, der später zunächst Kurfürst von Bayern und 1806 als Maximilian I. der erste König des neu geschaffenen Königreichs Bayern wurde. Ihre Mutter, Auguste Wilhelmine Maria von Hessen-Darmstadt, starb bereits 1796 nach der Geburt ihres letzten Kindes und den Belastungen zahlreicher Fluchten während der Revolutionszeit. Karolinas frühe Kindheit war daher von politischen Umbrüchen und der Flucht vor den französischen Revolutionsarmeen geprägt. Die Familie hielt sich unter anderem in Darmstadt und Mannheim auf, während die pfälzischen Besitzungen ihres Vaters vollständig unter französischer Besatzung standen.
Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Maximilian Joseph 1797 Karoline Friederike Wilhelmine von Baden. Aus dieser Ehe gingen mehrere Kinder hervor, darunter Elisabeth Ludovika, die spätere Königin von Preußen, Amalie Auguste, die Königin von Sachsen, sowie Sophie Friederike, die Erzherzog Franz Karl von Österreich heiratete. Deren Sohn wurde 1830 als Franz Joseph geboren und später Kaiser von Österreich. Eine weitere Halbschwester, Marie Ludovika, wurde durch ihre Tochter zur Großmutter der späteren Kaiserin Elisabeth. Karolina Augusta war damit in ein weit verzweigtes europäisches Herrscherhaus eingebunden.
Am 8. Juni 1808 heiratete sie in Stuttgart den württembergischen Kronprinzen Wilhelm, den Sohn König Friedrichs. Die Ehe stand stark im Zeichen der napoleonischen Politik. Wilhelm wollte verhindern, dass Napoleon ihn zu einer aus seiner Sicht unvorteilhaften politischen Verbindung mit einer Angehörigen der französischen Herrscherfamilie zwang, und entschied sich deshalb für die bayerische Prinzessin. Durch die Hochzeit erhielt Karolina Augusta den Rang einer württembergischen königlichen Prinzessin.
Die Verbindung erwies sich jedoch als unglücklich. Beide Ehepartner erklärten später, dass sie einander zutiefst ablehnten und die Ehe nicht vollzogen worden sei. Nach Napoleons Sturz beantragten sie die Auflösung ihrer kinderlosen Ehe. Das württembergische Gericht erklärte sie am 31. August 1814 für geschieden; 1815 bestätigte auch der Papst die offizielle Nichtigkeit der Verbindung. Wilhelm heiratete im folgenden Jahr die russische Großfürstin Katharina.
Noch im selben Jahr ging Karolina Augusta eine zweite Ehe ein. Am 10. November 1816 heiratete sie in Wien Kaiser Franz I. von Österreich, der zugleich König von Ungarn und Böhmen war. Franz war zuvor bereits dreimal verwitwet. Durch die Hochzeit wurde aus der bayerischen Prinzessin die österreichische Kaiserin sowie Königin von Ungarn und Böhmen. Sie entschied sich bewusst für ihren neuen Namen Karolina Augusta und änderte bei der Trauung die Reihenfolge ihrer Vornamen. Die Ehe beruhte auf gegenseitiger Zuneigung, blieb jedoch kinderlos.
Am politischen Leben des Kaiserhofs nahm Karolina Augusta keinen maßgeblichen Einfluss. Sie strebte auch nicht nach einer politischen Rolle, sondern widmete sich vor allem religiösen und sozialen Aufgaben. Zeitgenossen beschrieben sie als tief gläubig, freundlich und zugänglich, weshalb sie am Hof große Beliebtheit genoss. Von 1816 bis zum Tod ihres Mannes 1835 war sie Schirmherrin des von Königin Eleonore Gonzaga gegründeten Sternkreuzordens, einer Vereinigung katholischer und wohltätiger adeliger Frauen. Sie unterstützte zahlreiche Krankenhäuser, Kinderheime und soziale Einrichtungen. In Wien entstanden durch ihre Förderung unter anderem Arbeiterwohnungen und das nach ihr benannte Carolinäum im heutigen fünften Bezirk.
Kaiser Franz I. starb im März 1835. Als Witwe lebte Karolina Augusta anschließend zurückgezogen in Salzburg und Wien. Nach dem Tod ihres Mannes führte sie den Kaiserinntitel nicht mehr. In Salzburg stand sie ihrer Halbschwester Sophie Friederike nahe, die mit Erzherzog Franz Karl verheiratet war. Das Verhältnis der beiden Frauen war zunächst harmonisch, wurde später jedoch durch Spannungen belastet. Nach der Revolution von 1848, als Sophies Sohn Franz Joseph Kaiser wurde, setzte Sophie durch, dass Karolina Augusta Wien verließ und sich dauerhaft nach Salzburg zurückzog.
Trotz dieser familiären Konflikte blieb Karolina Augusta mit Sophies Kindern eng verbunden. Zu ihnen gehörte auch der junge Franz Joseph sowie dessen Bruder Ludwig Viktor, der ebenfalls nach Salzburg geschickt wurde. Sie pflegte außerdem ein gutes Verhältnis zu Elisabeth, der späteren Kaiserin und Königin, obwohl diese als zurückhaltend und schwer zugänglich galt. Karolina Augusta bewahrte sich damit innerhalb der kaiserlichen Familie eine besondere Stellung als freundlich gesinnte und vertrauensvolle Verwandte.
Karolina Augusta starb am 9. Februar 1873 in Wien, einen Tag nach ihrem 81. Geburtstag. Sie wurde in der Kapuzinergruft, der traditionellen Begräbnisstätte der österreichischen Kaiserfamilie, beigesetzt. Wegen ihres wohltätigen Wirkens und ihrer freundlichen Persönlichkeit blieb sie auch nach ihrem Tod hoch angesehen. In Österreich und Deutschland erinnern mehrere Einrichtungen, Gebäude und Denkmäler an sie. Dazu gehören das Karolina-Gymnasium in Rosenheim und das Salzburger Museum Carolino Augusteum. In Stuttgart verweisen die Charlottenstraße und der Charlottenplatz auf ihren ursprünglichen Namen und ihre württembergische Zeit. In Klausenburg erinnert die 1831 errichtete Karolina-Säule an den kaiserlichen Besuch von 1817.
Quelle: Karolina Auguszta magyar királyné (hu, 28670749). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.