Person

Julius d’Austria

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 1584

Tod

  1. 25.06.1609

Biografie

Don Julius Caesar von Österreich wurde 1584 oder 1586 in Prag geboren und starb am 25. Juni 1609. Er war der älteste uneheliche Sohn Kaiser Rudolfs II. und dessen italienischer Geliebter beziehungsweise faktischer Lebensgefährtin Katharina Strada. Das Paar hatte insgesamt sechs Kinder, doch eine rechtmäßige Familie besaß der Kaiser nicht. Rudolf setzte große Hoffnungen in seinen ältesten Sohn, ließ ihn sorgfältig ausbilden und bemühte sich, ihm eine angemessene Stellung am Hof zu verschaffen. Da Rudolf II. in Prag residierte, bestimmte er schließlich Krumau, das heutige Český Krumlov, zum Aufenthaltsort seines Sohnes. Julius kam 1605 erstmals aus Wien dorthin. Im Sommer 1606 schickte ihn sein Vater in ein Kloster im österreichischen Gaming. Ein Jahr später kehrte Julius nach Krumau zurück und blieb dort bis zu seinem Tod. In Krumau begann Julius vermutlich 1607 eine Beziehung mit Marketa Pichlerová, der Tochter des örtlichen Friseurs Zikmund Pichler und dessen Frau Lucy. Mit Erlaubnis ihrer Eltern lud er Marketa ein, bei ihm zu leben. Nach einiger Zeit wandte sich seine Stimmung jedoch gegen sie. In einem Wutanfall schlug er sie, verletzte sie mit einem Messer und warf sie aus dem Fenster auf die Felsen, weil er glaubte, sie getötet zu haben. Marketa überlebte, da sie auf einem Müllhaufen landete. Nach ihrer Genesung versteckte sie sich zunächst vor ihm. Weil Julius jedoch weiterhin ihre Mutter aufsuchte, sah sie sich schließlich gezwungen, zu ihm zurückzukehren. Julius verlangte daraufhin von ihrem Vater, Marketa wieder herauszugeben. Dieser weigerte sich aus Angst um das Leben seiner Tochter. Julius ließ ihn deshalb ins Gefängnis werfen und drohte ihm mit Gewalt, falls Marketa nicht zurückgebracht werde. Nach fünf Wochen Gefangenschaft gab ihre Mutter nach und führte die Tochter an einem Sonntag zum Schloss. Am folgenden Tag, dem 18. Februar 1608, tötete Julius Marketa in einem erneuten Ausbruch von Wut. Anschließend zerstückelte er ihren Leichnam. Die Tat löste im europäischen Adel Entsetzen und Empörung aus. Auch Rudolf II., der selbst unter einer psychischen Erkrankung litt, fand keine Entschuldigung für das Verhalten seines Sohnes. Er ließ Julius zu lebenslanger Haft verurteilen. Nach dem Tod Marketas verschlechterte sich dessen geistiger Zustand weiter. Julius wusch und rasierte sich nicht mehr, wechselte seine Kleidung nicht und verweigerte zunehmend die Nahrung. Er warf Gegenstände umher oder aus dem Fenster und verließ sein Zimmer nicht mehr. Seine letzten Lebensmonate verbrachte er unter äußerst unhygienischen Bedingungen zwischen Schmutz und Abfällen. Er schlief auf einem Teppich und bedeckte sich bei Kälte mit Kleidungsstücken, die er zuvor getragen hatte. Die Diener fürchteten ihn so sehr, dass niemand sein Zimmer betreten wollte; dort herrschte schließlich ein unerträglicher Gestank. Am 22. Juni 1609 verschlechterte sich Julius’ Gesundheitszustand erheblich. Drei Tage später starb er. Als Todesursache galt eine Erstickung infolge des Platzens eines Geschwürs im Hals. Kurz darauf wurde er im Minoritenkloster von Český Krumlov beigesetzt. Ursprünglich war vorgesehen, seine sterblichen Überreste später in ein Grab zu überführen, das seinem Rang als Kaiserssohn entsprach. Dazu kam es jedoch nicht, da Rudolf II. vor einer solchen Umbettung starb. Das Grab wurde später zugemauert und ist bis heute nicht wieder aufgefunden worden.

Quelle: Юлий Цезарь Австрийский (ru, 143637429). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

Eltern

Kinder

Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.

Partnerinnen und Partner

Keine geprüften Partnerschaften vorhanden.