Person
Juan de Austria
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
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Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Don Juan de Austria war ein unehelicher Sohn Kaiser Karls V., der als Mitglied der spanischen Königsfamilie, Heerführer und Diplomat im Dienst seines Halbbruders Philipp II. hervortrat. Er wurde in Regensburg geboren; als Geburtsjahr werden 1545 oder 1547 genannt. Seine Mutter war Barbara Blomberg. Nach ihrer baldigen Heirat mit Hieronymus Píramo Kegell erhielt der Junge zunächst den Namen Jerónimo oder „Jeromín“. Karl V. ließ ihn in Spanien aufziehen. Der Musiker Francisco Massy und dessen spanische Frau Ana de Medina übernahmen zunächst seine Erziehung, später wuchs er fünf Jahre auf dem Gut Luis de Quijadas in Villagarcía de Campos auf. Magdalena de Ulloa, Quijadas Frau, kümmerte sich dort maßgeblich um ihn.
Kurz vor seinem Tod erkannte Karl V. den Jungen in einem Nachtrag zu seinem Testament als seinen natürlichen Sohn an. Nach dem Tod des Kaisers 1558 wurde Jerónimo offiziell in Juan umbenannt, nach dem Namen, den Karls Mutter Juana ihrem Sohn ursprünglich hätte geben wollen. Philipp II. bestätigte ihn als Mitglied der königlichen Familie und richtete ihm einen eigenen Haushalt ein, dessen Leitung Luis de Quijada übernahm. Don Juan wurde 1559 zunächst von der Regentin Juana und anschließend von Philipp II. selbst empfangen. Später studierte er an der Universität von Alcalá de Henares gemeinsam mit seinem Neffen, dem Prinzen Carlos, und mit Alexander Farnese, dem Sohn Margarete von Parma. Zu seinen Lehrern gehörte Honorato Juan Tristull, ein Schüler des Humanisten Luis Vives.
Schon früh zeigte Don Juan eine starke Neigung zum militärischen Leben. 1565 wollte er entgegen dem Willen seines Bruders an der Flotte teilnehmen, die Malta gegen einen Angriff der Türken unterstützen sollte. Er floh sogar vom Hof und reiste nach Barcelona, musste seinen Plan jedoch aufgeben. Da Philipp II. erkannte, dass sein Bruder keine geistliche Laufbahn einschlagen würde, ernannte er ihn zum Generalkapitän der Seestreitkräfte. Don Juan erhielt erfahrene Berater wie den Admiral Álvaro de Bazán und Luis de Requesens y Zúñiga.
In dieser Zeit vertraute ihm Prinz Carlos Pläne an, Spanien zu verlassen und über Italien in die Niederlande zu gelangen. Don Juan sollte ihm dabei Galeeren zur Verfügung stellen und als Gegenleistung das Königreich Neapel erhalten. Don Juan lehnte eine unmittelbare Unterstützung ab und berichtete Philipp II. von dem Vorhaben. Als Carlos ihn daraufhin mit dem Schwert angriff, konnte Don Juan sich verteidigen, bis Diener den Prinzen überwältigten. Der anschließende Arrest des Prinzen belastete die königliche Familie. Im selben Jahr starben sowohl Carlos als auch Königin Elisabeth von Valois. Don Juan zog sich zeitweise in ein Franziskanerkloster zurück, bevor er wieder das Kommando über die Flotte übernahm.
Seine erste große militärische Aufgabe erhielt er während der Rebellion der Morisken in den Alpujarras. Ein Dekret hatte die muslimischen Bewohner des Königreichs Granada gezwungen, ihre Sprache, Kleidung, Bräuche und religiösen Praktiken aufzugeben. Die daraus entstandene Erhebung breitete sich Ende 1568 auf zahlreiche Orte aus. Philipp II. ernannte Don Juan zum Oberbefehlshaber der königlichen Truppen. Er führte mehrere Feldzüge, nahm unter anderem Güéjar und Galera ein und setzte die Rebellion schließlich weitgehend außer Kraft. Die Kämpfe waren von großer Härte geprägt. Nach der Eroberung Galeras wurden die männlichen Einwohner getötet, während Frauen, Kinder und alte Menschen gefangen genommen wurden. Don Juan selbst wurde bei Serón am Kopf verwundet; Luis de Quijada, sein langjähriger Ziehvater, erlitt dort eine tödliche Verletzung. Die später angeordneten Vertreibungen der Morisken bezeichnete Don Juan in seinen Briefen als Ausdruck äußersten menschlichen Elends.
Berühmt wurde er durch die Seeschlacht von Lepanto. Philipp II. schloss sich 1571 mit Venedig und dem Papst zur Heiligen Liga gegen das Osmanische Reich zusammen und übertrug Don Juan den Oberbefehl. Während der Beratungen setzte sich Don Juan gegen vorsichtigere Stimmen durch und plädierte dafür, die türkische Flotte aktiv zu suchen und zu vernichten. Am 7. Oktober 1571 kam es im Golf von Lepanto zur Schlacht. Don Juan führte die Galeeren im Zentrum der christlichen Flotte und nahm persönlich am Kampf teil. Sein entschlossenes Vorgehen trug wesentlich zum Sieg bei. Die Niederlage schwächte die osmanische Seemacht schwer und verringerte die türkische Bedrohung im westlichen Mittelmeer. Don Juan ließ außerdem zahlreiche christliche Galeerensklaven befreien.
Der Sieg machte ihn in Europa zum Helden, verstärkte aber auch seinen Wunsch nach einem eigenen Herrschaftsgebiet und einem Rang, den Philipp II. ihm weiterhin verweigerte. 1573 eroberte Don Juan Tunis, nachdem Venedig mit den Osmanen einen Sonderfrieden geschlossen hatte. Obwohl der Papst Philipp II. aufforderte, ihn zum König von Tunis zu machen, lehnte der König dies ab. Don Juan entwickelte später Pläne für eine katholische Invasion Englands, verbunden mit einer möglichen Heirat mit Maria Stuart und der Aussicht auf ein eigenes Königreich. Philipp II. misstraute seinen Ambitionen und ließ seine Korrespondenz über Antonio Pérez überwachen.
1576 ernannte Philipp II. Don Juan zum Generalgouverneur der unruhigen Niederlande. Don Juan zögerte zunächst und versuchte in Spanien, Unterstützung für seine englischen Pläne zu erhalten. Schließlich reiste er verkleidet über Frankreich nach Luxemburg und traf dort seine Mutter, Barbara Blomberg, die später nach Spanien übersiedelte. In den Niederlanden bemühte er sich zunächst um Ausgleich. Im Ewigen Edikt von 1577 akzeptierte er die Entlassung spanischer Truppen und versprach, die örtlichen Freiheiten zu achten. Die Lage blieb jedoch instabil. Nach erneuten Konflikten setzte Don Juan auf militärische Gewalt und ließ Truppen aus Italien zurückkehren. Unter dem Kommando seines Neffen und Freundes Alexander Farnese errangen die alten spanischen Regimenter am 31. Januar 1578 bei Gembloux einen wichtigen Sieg.
Doch Don Juan litt unter Geld- und Truppenmangel und musste zugleich mehrere feindliche Armeen abwehren. Die Ermordung seines Sekretärs Juan de Escobedo im März 1578, die nach heutiger Einschätzung von Antonio Pérez mit Zustimmung des Königs geplant worden war, verschärfte seine Isolation. Don Juans Briefe aus dieser Zeit zeigen wachsende Niedergeschlagenheit. Zugleich erkrankte er schwer, vermutlich an Typhus oder einem typhusähnlichen Fieber. Am 1. Oktober 1578 starb er in seinem Lager bei Namur. Kurz zuvor hatte er Alexander Farnese zu seinem Nachfolger als Gouverneur bestimmt. Seine sterblichen Überreste wurden nach Spanien überführt und im Kloster San Lorenzo de El Escorial beigesetzt.
Don Juan hatte mehrere Liebesbeziehungen und mindestens zwei Töchter. Maria de Mendoza gebar ihm 1568 Ana, die Magdalena de Ulloa zur Erziehung übernahm. Mit Diana de Falangola hatte er die 1573 geborene Tochter Juana, die später in ein Kloster gegeben wurde. Zeitgenossen beschrieben Don Juan als charismatisch und attraktiv. In der Erinnerung blieb er zugleich als erfolgreicher Feldherr und als politisch ehrgeiziger, von seinem Bruder misstrauisch behandelter Prinz. Sein größter Ruhm beruhte auf Lepanto; in den Niederlanden dagegen zeigte sich, wie sehr seine Möglichkeiten durch fehlende Mittel und mangelnde Unterstützung begrenzt waren.
Quelle: Juan de Austria (es, 173387479). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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Kinder
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Partnerinnen und Partner
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