Person
Isabella Clara von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
12.08.1629
Tod
24.02.1665
24.02.1685
1685
Biografie
Isabella Clara von Österreich wurde am 12. August 1629 in Innsbruck als Tochter des Erzherzogs Leopold V. von Österreich-Tirol und seiner Frau Claudia de’ Medici geboren. Sie war das dritte Kind und die zweite Tochter des Paares. Ihre Mutter stammte aus dem Haus Medici und war eine Tochter des Großherzogs Ferdinand I. von Toskana. Isabella Clara erhielt ihren Namen nach ihrer Patentante Isabella Clara Eugenia von Spanien. Ihre jüngere Schwester Maria Leopoldine wurde durch ihre Ehe mit Kaiser Ferdinand III. für kurze Zeit römisch-deutsche Kaiserin. Isabella Clara selbst galt als sanftmütig, wurde jedoch nicht als besonders anmutig beschrieben.
Auf Betreiben der Kaiserinwitwe Eleonora Gonzaga wurde 1649 ihre Verbindung mit Carlo II. Gonzaga, dem Herzog von Mantua, arrangiert. Die Ehe war vor allem politisch bedeutsam: Mantua löste sich damit zunehmend aus seiner bisherigen Nähe zu Frankreich und wandte sich stärker den Habsburgern zu. Der Ehevertrag wurde am 7. August 1649 in Innsbruck unterzeichnet. Isabella Clara sollte eine Mitgift von 45.000 Goldgulden sowie Edelsteine im Wert von 15.000 Gulden einbringen. Außerdem wurden ihr die Einkünfte des Distrikts Gazzuolo zugesichert. Die prunkvolle Hochzeit fand am 7. November 1649 in Mantua statt.
Als Herzogin begleitete Isabella Clara im Frühjahr 1651 gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter ihre Schwägerin Eleonora Magdalena Gonzaga auf deren Reise zur Hochzeit mit Kaiser Ferdinand III. bis nach Villach. Danach kehrte sie über Innsbruck nach Mantua zurück. Am 31. August 1652 brachte sie in Revere ihren einzigen Sohn Ferdinando Carlo zur Welt, den späteren Herzog von Mantua.
Die aus politischen Gründen geschlossene Ehe mit Carlo II. erwies sich jedoch als schwierig. Der Herzog unterhielt bereits bei der Hochzeit eine langjährige Beziehung zu seiner Hofdame Margareta Natta della Rovere. Nachdem Isabella Clara davon erfahren hatte, ließ sie die Verbindung mit Unterstützung von Papst Alexander VII. beenden und Margareta nach Rom bringen. Der Papst wies zudem die Mönche im Bistum Mantua an, öffentlich gegen Ehebruch zu predigen. Das Verhältnis zwischen den Ehepartnern blieb dennoch kühl. Isabella Clara begann schließlich selbst eine Beziehung mit Graf Carlo Bulgarini, einem Berater ihres Mannes jüdischer Herkunft. Die Affäre wurde mit der Zeit öffentlich bekannt, während auch Carlo II. weitere Geliebte hatte.
Bulgarini war bei vielen Hofbeamten verhasst. Am 13. Juni 1661 wurde ein Attentat auf ihn verübt, das jedoch scheiterte; dabei kam sein Vater ums Leben. Als Carlo II. am 14. August 1665 plötzlich starb, entstand das vermutlich unbegründete Gerücht, Isabella Clara habe ihn vergiften lassen.
Da ihr Sohn noch minderjährig war, übernahm Isabella Clara nach dem Tod ihres Mannes die Regentschaft für Mantua. Sie machte Carlo Bulgarini zum Premierminister und übte gemeinsam mit ihm großen politischen Einfluss aus. Ihre Regierungszeit galt als erfolgreich. Sie vermied eine engere Bindung an Frankreich und Spanien, deren Vertreter sich häufig in die territorialen Angelegenheiten der Markgrafschaft Montferrat einmischten, und suchte zunächst die Unterstützung Kaiser Leopolds I. Im November 1666 erreichte sie, dass Ferdinando Carlo die kaiserliche Investitur als Herzog erhielt. Damit wurde auch der Besitz der Lehen Reggiolo und Luzzara bestätigt, die seit 1631 von den Herzögen von Guastalla beansprucht worden waren.
Im Jahr 1666 geriet Isabella Clara mit der Herzogin von Modena wegen einiger Inseln im Fluss Po in Streit. Der Konflikt konnte durch die Vermittlung eines kaiserlichen Kommissars und des spanischen Statthalters von Mailand, Luis Guzmán Ponce de León, friedlich beigelegt werden. Unter Bulgarinis Beratung führte Isabella Clara das Herzogtum umsichtig und verbesserte nach der Überlieferung sowohl die Lebensbedingungen der Bevölkerung als auch die öffentliche Ordnung.
Als Ferdinando Carlo im August 1669 volljährig wurde, übergab sie ihm die Herrschaft. Sie blieb jedoch politisch einflussreich und beriet ihren Sohn weiterhin. Im August 1670 verhandelte sie den Ehevertrag für seine Heirat mit Anna Isabella Gonzaga, der Erbtochter des Herzogs von Guastalla. Der Vertrag sah unter anderem vor, dass die umstrittenen Gebiete Luzzara und Reggiolo an Ferdinando Carlo übergingen. Außerdem sollte Guastalla nach dem Tod des kinderlosen Herzogs an dessen Tochter fallen. Kaiser Leopold I. genehmigte die Vereinbarung.
Nach der Hochzeit ihres Sohnes im Frühjahr 1671 zog sich Isabella Clara auf die Burg von Goito zurück, wo sie sich schon früher mit Bulgarini aufgehalten hatte. Ihre Politik zielte zunehmend auf eine größere Unabhängigkeit Mantuas vom Heiligen Römischen Reich. Kaiser Leopold I. griff deshalb ein. Das öffentliche Liebesverhältnis der Herzoginwitwe mit Bulgarini diente ihm als Vorwand, um ihre Einweisung in ein Kloster durchzusetzen. Im Dezember 1671 musste Isabella Clara auf kaiserlichen Befehl in das Ursulinenkloster von Mantua eintreten; Bulgarini wurde in ein Dominikanerkloster verbannt.
Im Konvent lebte Isabella Clara bis zu ihrem Tod unter dem Namen Magdalena II., auch wenn sie das Kloster offenbar mehrmals vorübergehend verließ. Sie starb in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 1685 im Alter von 55 Jahren in Mantua und stand zuletzt im Ruf großer Frömmigkeit. Ihre öffentliche Begräbnisfeier fand am 14. Mai 1685 in der Basilika Palatina di Santa Barbara statt. Bestattet wurde sie in der Kirche des Ursulinenklosters. Ihr Sohn Ferdinando Carlo blieb ihr einziges Kind und regierte Mantua bis zu seinem Tod im Jahr 1708.
Quelle: Isabella Clara von Österreich (de, 268989959). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0