Person

Georg II.

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 17.03.1605

Tod

  1. 11.06.1661

Porträt von Georg II.
Bildnachweis

Georg-ii-darmstadt

The original uploader was McMartagen at German Wikipedia .

Transferred from de.wikipedia to Commons by Ireas using CommonsHelper .

Bildquelle: File:Georg-ii-darmstadt.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Georg II. von Hessen-Darmstadt wurde am 17. März 1605 in Darmstadt geboren und starb dort am 11. Juni 1661. Von 1626 bis zu seinem Tod regierte er als Landgraf von Hessen-Darmstadt. Er war der Sohn des Landgrafen Ludwig V. und dessen Ehefrau Magdalene, einer Tochter des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg. In seiner Jugend unternahm Georg eine ausgedehnte Kavalierstour durch weite Teile Europas. Begleitet wurde er dabei von Graf Johann Kasimir von Erbach. Die Reise diente nicht nur seiner Ausbildung und Bildung, sondern war auch mit diplomatischen Aufgaben verbunden, die er im Auftrag seines Vaters übernahm. Während des Dreißigjährigen Krieges geriet Ludwig V., der dem Kaiser eng verbunden war, in die Gefangenschaft des Kurfürsten von der Pfalz. Ludwig starb 1626 während der Hochzeitsfeierlichkeiten seines Sohnes in Dresden. Dadurch wurde Georg im selben Jahr Landgraf von Hessen-Darmstadt. Im Dreißigjährigen Krieg hielt Georg grundsätzlich zum Kaiser Ferdinand II. und versuchte, eine neutrale Haltung zu bewahren. Diese Politik schützte sein Land jedoch nicht vor den Belastungen des Krieges. Auch in Hessen-Darmstadt kam es zu Einquartierungen und Verwüstungen durch kaiserliche Truppen. 1629 musste Georg dem Restitutionsedikt zustimmen, das die Rückgabe kirchlicher Besitzungen verlangte. Anders als viele andere protestantische Reichsfürsten schloss er sich 1631 nicht dem Bündnis mit Schweden an. Im selben Jahr kam es zu persönlichen Verhandlungen mit dem schwedischen König Gustav Adolf. Im Vertrag von Höchst überließ Georg ihm die Festung Rüsselsheim. Im Gegenzug erkannte Gustav Adolf die Neutralität Hessen-Darmstadts an. Georgs vorsichtige, kaiserfreundliche Politik machte ihn später für den Kaiser zu einem geeigneten Vermittler. Nach dem Prager Frieden von 1635 sollte er andere protestantische Reichsfürsten und Reichsstädte dazu bewegen, dem Friedensvertrag beizutreten. Wegen dieser Vermittlungstätigkeit erhielt er den Beinamen „Reichsfriedenmacher“. Neben dem großen europäischen Krieg belastete ein eigener Konflikt mit Hessen-Kassel seine Herrschaft. Bereits 1625 begann der Streit um das Erbe der ausgestorbenen Linie Hessen-Marburg. Georg eroberte rasch die Gebiete, die ihm der Kaiser zugesprochen hatte; Hessen-Kassel musste diese 1627 zunächst abtreten. Die politische Lage änderte sich jedoch grundlegend, als sich Hessen-Kassel mit Schweden und Frankreich verbündete. Ab 1645 gelang es seinen Gegnern, die umstrittenen Gebiete zurückzugewinnen. Georg musste mit seiner Familie vor den Kriegsverwüstungen und der Pest fliehen. Zunächst suchte die Familie Schutz auf Schloss Lichtenberg, später in Gießen. Im Frieden von Münster und Osnabrück verlor Georg endgültig jene Gebiete, die ihm der Kaiser 1622 zugesprochen hatte. Sie fielen an Landgräfin Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel. Als Ausgleich erhielt Georg 60.000 Taler. Damit endete der Hessenkrieg. Der Dreißigjährige Krieg hatte Hessen-Darmstadt schwer getroffen. Gewerbe und Landwirtschaft waren weitgehend zusammengebrochen. Georg bemühte sich um den Wiederaufbau, indem er Getreide und Vieh ankaufte und unter der Bevölkerung verteilen ließ. Auf diese Weise unterstützte er die Wiederbelebung der Landwirtschaft. 1650 forderte er außerdem geflohene Untertanen erfolgreich zur Rückkehr auf, um das Land wieder zu besiedeln und wirtschaftlich zu stabilisieren. In seinen letzten Regierungsjahren änderte Georg seine außenpolitische Ausrichtung. 1659 wandte er sich von seiner kaiserfreundlichen Politik ab und trat dem Rheinischen Bund bei, der sich gegen die Habsburger richtete. In seinem Testament empfahl er seinem Nachfolger, mit Hessen-Kassel ein „einträchtiges Zusammenhalten“ zu wahren. Damit setzte er am Ende seines Lebens ein Zeichen für eine weniger konfrontative Politik innerhalb der hessischen Linien. Am 1. Juli 1627 heiratete Georg auf Schloss Torgau Sophie Eleonore von Sachsen, eine Tochter des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen. Das Paar hatte drei Söhne und zwölf Töchter. Der älteste Sohn Ludwig VI. wurde 1630 geboren und folgte seinem Vater als Landgraf von Hessen-Darmstadt. Ein weiterer Sohn, Georg, wurde paragierter Landgraf von Hessen-Darmstadt zu Itter. Zu den Töchtern gehörten unter anderem Sophie Eleonore, die Landgraf Wilhelm Christoph von Hessen-Homburg heiratete, Elisabeth Amalie, die mit Kurfürst Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg verheiratet wurde, und Marie Hedwig, die Herzog Bernhard I. von Sachsen-Meiningen heiratete. Die Tochter Anna Sophie wurde 1681 Äbtissin von Quedlinburg. Mehrere Kinder starben bereits im Säuglings- oder Kindesalter. Georg II. starb 1661 in seiner Heimatstadt Darmstadt.

Quelle: Georg II. (Hessen-Darmstadt) (de, 263432164). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0