Biografie
Franz Ludwig Johann Baptist Jakob Gregor Graf von Meran, Freiherr von Brandhofen, wurde am 11. März 1839 in Wien geboren und starb am 27. März 1891 in Abbazia. Als einziger Sohn des Erzherzogs Johann und dessen morganatischer Ehefrau Anna Plochl wurde er zum Stammvater der aus den Habsburgern hervorgegangenen Grafen von Meran.
Franz kam im Michaelerhaus nahe der Wiener Hofburg zur Welt, dem damaligen Wohnsitz seines Vaters. Dort wurde er am folgenden Tag getauft; sein Taufpate war Erzherzog Ludwig, der Bruder seines Vaters. Die Taufe wurde in einem Gemälde festgehalten. Wenige Wochen später kehrte die Familie auf den Brandhof zurück. Seine Eltern kümmerten sich in den ersten Lebensjahren weitgehend selbst um ihn, was im Hochadel jener Zeit ungewöhnlich war.
Seine Kindheit und Jugend verbrachte Franz vor allem in Graz und auf den Landsitzen der Familie. Dazu gehörten der Brandhof, Aussee, die Heimat seiner Mutter, Schloss Stainz und Schloss Schenna bei Meran. Sein Vater ließ in Graz das später nach ihm benannte Palais Meran errichten. Schon als Kleinkind wurde Franz in den steirischen Herrenstand aufgenommen, bald darauf auch in die Herrenstände Kärntens, Oberösterreichs und Krains. Mit seiner Volljährigkeit war er dadurch berechtigt, in den Landtagen dieser Kronländer Sitz und Stimme zu führen.
Eine öffentliche Schule besuchte Franz nicht. Hauslehrer übernahmen seine Ausbildung und begleiteten ihn teilweise auch auf Reisen. Erhaltene Schulübungen belegen seine vielseitige Bildung und lassen zugleich besondere zeichnerische Fähigkeiten erkennen. Während eines Aufenthalts in Triest im Sommer 1852 entwickelte der junge Graf ein starkes Interesse an der kaiserlich-königlichen Marine. Besonders faszinierten ihn Schiffe, Manöver, Schiffbau und nautische Modelle. In seinem erhaltenen Reisetagebuch hielt er seine Erlebnisse nicht nur schriftlich, sondern auch mit zahlreichen Bleistiftzeichnungen und Aquarellen fest.
Im Alter von 16 Jahren trat Franz in die Armee ein. Dort stieg er zum Oberleutnant im Infanterieregiment Nr. 18 und zum Rittmeister im 2. Dragonerregiment auf. 1862 schied er als Major aus dem aktiven Heeresdienst aus. Im selben Jahr übernahm er die Verwaltung der Betriebe und Einrichtungen, die sein Vater hinterlassen hatte. 1868 wurde er Mitglied der steiermärkischen Landwehr. Am 14. Juli 1870 trat er als Major in den nicht aktiven Dienst der berittenen Landesschützen von Tirol über.
Neben seinen militärischen und wirtschaftlichen Aufgaben nahm Franz auch politische und gesellschaftliche Funktionen wahr. Bereits 1861 war er auf Lebenszeit zum Mitglied des österreichischen Herrenhauses ernannt worden. Kaiser Franz Joseph erhob ihn 1869 zum Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und ernannte ihn 1882 zum Wirklichen Geheimen Rat. Bedeutend war außerdem sein Einsatz für die Kunst in der Steiermark. Als erster Präsident des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund trug er wesentlich zur Förderung der regionalen Kunst bei.
Am 8. Juli 1862 heiratete Franz auf Burg Ottenstein Theresia Gräfin von Lamberg, eine Tochter des Franz Philipp von Lamberg. Das Paar hatte sieben Kinder: Anna Maria, Maria Johanna, Johann Stephan, Franz Peter, Karoline Johanna, Rudolf Johann und Albrecht Johann. Mehrere von ihnen gingen Ehen mit Angehörigen bedeutender Adelsfamilien ein. Rudolf Johann machte später eine politische und administrative Laufbahn. Er war Bezirkshauptmann von Bregenz, Landespräsident der Bukowina und schließlich Statthalter beziehungsweise Landeschef in Österreich ob der Enns. Zu den späteren direkten Nachkommen der Familie zählen unter anderem Karl-Theodor zu Guttenberg, Douglas Hoyos, die Brüder Philipp, Nikolaus und Franz Harnoncourt sowie Marianne Sayn-Wittgenstein-Sayn, geborene Mayr-Melnhof.
In seinen letzten Lebensjahren litt Franz von Meran an einem chronischen Magenleiden. Während eines Kuraufenthalts in Abbazia verschlechterte sich sein Zustand. Er starb dort im Alter von 52 Jahren an den Folgen einer Magenperforation infolge von Magengeschwüren. Seine letzte Ruhestätte fand er im Mausoleum des Erzherzogs Johann in Schenna, das er für seine Eltern hatte errichten lassen.
Quelle: Franz von Meran (de, 268206830). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0