Person
Franz Salvator von Österreich-Toskana
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
21.08.1866
Tod
20.04.1939

Bildnachweis
Franz Salvator
Carl Pietzner
Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv Austria, Inventarnr.
Bildquelle: File:Franz Salvator.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Franz Salvator von Österreich-Toskana wurde am 21. August 1866 als drittes von zehn Kindern des Erzherzogs Karl Salvator von Österreich-Toskana und dessen Ehefrau Maria Immakulata von Bourbon-Sizilien geboren. Er gehörte dem toskanischen Zweig des Hauses Habsburg-Lothringen an. Sein Vater war ein Sohn Leopolds II., des letzten Großherzogs der Toskana, seine Mutter eine Tochter Ferdinands II., des Königs beider Sizilien. Von seinen Geschwistern erreichten sechs das Erwachsenenalter. Zu ihnen gehörten der spätere Generaloberst und Artilleriegeneral Leopold Salvator sowie mehrere Schwestern, die in deutsche und österreichische Fürstenhäuser einheirateten.
Franz Salvator erhielt eine militärische Ausbildung. Er besuchte das Militärreitinstitut und die Kriegsschule und trat 1881 als Leutnant in die Armee ein. 1889 wurde er zum Rittmeister befördert. Seine Heirat mit Erzherzogin Marie Valerie, der Tochter Kaiser Franz Josephs und Kaiserin Elisabeths, beschleunigte seinen weiteren Aufstieg. 1911 ernannte man ihn zum General der Kavallerie. Im Ersten Weltkrieg war er Inhaber, also ehrenamtlicher Kommandant, des 15. Husarenregiments. Das nach ihm benannte Regiment wurde vor allem in den Tiroler Gebirgsgebieten eingesetzt; Franz Salvator selbst nahm jedoch an keinen größeren Kampfhandlungen teil.
Neben seinen militärischen Aufgaben übernahm er während des Krieges humanitäre Funktionen. Er wurde Generalinspektor der Freiwilligen Hilfspflege und organisierte eine Hilfsaktion zugunsten österreichisch-ungarischer Soldaten, die in russische Kriegsgefangenschaft geraten waren. 1916 verlieh ihm die medizinische Fakultät der Universität Innsbruck die Ehrendoktorwürde. Außerdem wurde er stellvertretender Protektor der österreichischen Organisation des Internationalen Roten Kreuzes und des Rotkreuzvereins der Länder der ungarischen Heiligen Krone. Er war Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und gehörte auch dem Kreis der Ritter des königlich-ungarischen Sankt-Stephans-Ordens an.
Am 1. Dezember 1918 wurde Franz Salvator wie alle habsburgischen Erzherzöge aufgrund einer Anordnung des deutschösterreichischen Staatsamtes für Heerwesen in den Ruhestand versetzt und damit aus dem Militär entfernt. Im folgenden Jahr nahm er gemeinsam mit Marie Valerie das Habsburgergesetz an und verzichtete auf seine Thronansprüche. Dadurch konnte er in Österreich bleiben.
Am 31. Juli 1890 heiratete Franz Salvator in Ischl Marie Valerie. Sie war die jüngste Tochter Franz Josephs und Elisabeths. Die Ehe begann harmonisch, und das Paar hatte zehn Kinder. Dazu gehörten Elisabeth Franziska, die später Gräfin von Waldburg zu Zeil und Trauchburg wurde, sowie Franz Karl Salvator, der als Offizier am Ersten Weltkrieg teilnahm, in Montenegro, Russland und Rumänien kämpfte und 1918 an der Spanischen Grippe starb. Der Sohn Hubert Salvator diente ebenfalls im Krieg und unternahm 1917 eine Reise in den Orient und in das Osmanische Reich. Weitere Kinder heirateten in gräfliche oder fürstliche Familien ein. Clemens Salvator erhielt später den Titel eines Herzogs von Altenburg. Die jüngste Tochter Agnes starb bereits einen Tag nach ihrer Geburt.
Die Beziehung zwischen Franz Salvator und Marie Valerie verschlechterte sich mit der Zeit. Franz Salvator unterhielt Verhältnisse mit anderen Frauen. Eine seiner Bekanntschaften war Stephanie Richter, eine bürgerliche Deutsche, die nach gesellschaftlichem Aufstieg strebte. Sie wurde von ihm schwanger und heiratete im Mai 1914 Friedrich Franz von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. Ihr am 5. Dezember 1914 in Wien geborener Sohn erhielt den Namen und Rang eines Fürsten Franz Joseph von Hohenlohe-Schillingsfürst. Nach der Scheidung Stephanies im Jahr 1920 durften sie und ihr Sohn den fürstlichen Namen und Rang behalten. Franz Salvator erkannte den Sohn später noch zu Lebzeiten Marie Valeries als ehelich an, was für seine Ehefrau eine besondere Demütigung bedeutete.
Stephanie von Hohenlohe spielte in den 1920er- und 1930er-Jahren eine bemerkenswerte politische Rolle. Trotz ihrer jüdischen Herkunft fand sie Zugang zu mehreren führenden Nationalsozialisten und wurde Teil von Hitlers Umfeld. Ihre Verbindungen zu aristokratischen Kreisen nutzte sie für vertrauliche diplomatische und nachrichtendienstliche Aufträge zugunsten der Nationalsozialisten. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde sie als deutsche Staatsangehörige in den Vereinigten Staaten interniert. Nach dem Krieg arbeitete sie bis zu ihrem Tod für die konservative deutsche Presse.
Franz Salvator interessierte sich, ähnlich wie sein Bruder Leopold Salvator, für technische Neuerungen. Er gehörte zu den frühen Besitzern eines Automobils und fuhr selbst. In seiner Freizeit beschäftigte er sich außerdem mit Fotografie und Malerei.
Am 28. April 1934 ging Franz Salvator eine zweite Ehe ein, zehn Jahre nach dem Tod Marie Valeries. Die Ehe mit Melanie Freiin von Riesenfels war eine standesungleiche, morganatische Verbindung. Franz Salvator starb am 20. April 1939 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Familiengruft auf dem Friedhof von Sindelburg bei Wallsee. Seine zweite Ehefrau überlebte ihn um fast ein halbes Jahrhundert und starb am 10. November 1984 in Wien.
Quelle: Habsburg–Toscanai Ferenc Szalvátor főherceg (hu, 26195252). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Agnes von Österreich
- Archduchess Maria of Austria
- Erzherzogin Elisabeth Franziska, Grafin zu Waldburg-Zeil-Hohenems
- Erzherzogin Gertrud, Grafin zu Waldburg-Zeil-Hohenems
- Franz Josef Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst
- Franz Karl von Österreich-Toskana
- Hedwig von Österreich-Toskana
- Hubert Salvator Habsburg
- Mathilde von Österreich
- Prinz Clemens Salvator zu Altenburg
- Théodore Salvator de Habsbourg-Toscane