Person
Ferdinand Karl von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
27.12.1868
Tod
12.03.1915
10.03.1915

Bildnachweis
Ferdinand Karl Austria 1868 1915 BertaCzuber
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Biografie
Erzherzog Ferdinand Karl Ludwig Joseph Johann Maria von Österreich wurde am 27. Dezember 1868 in Wien geboren. Er war ein österreichischer Erzherzog, königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen sowie Generalmajor der kaiserlich-königlichen Armee. Sein älterer Bruder war Franz Ferdinand, der spätere Thronfolger der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Über seinen Bruder Otto Franz war Ferdinand Karl außerdem der Onkel Kaiser Karls, des letzten Herrschers der Monarchie.
Ferdinand Karl war das dritte Kind von Erzherzog Karl Ludwig und dessen zweiter Ehefrau Maria Annunziata von Bourbon-Sizilien. Sein Vater war der jüngere Bruder Kaiser Franz Josephs. Die Mutter starb bereits 1871, als Ferdinand Karl drei Jahre alt war. Danach wurde er von seiner Stiefmutter, Erzherzogin Maria Theresia, liebevoll erzogen. Seine Kindheit verbrachte er vor allem auf dem Gut Reichenau und im Schloss Artstetten. Zu seinen Geschwistern gehörten Franz Ferdinand, Otto Franz und Margarete Sophie; aus der dritten Ehe seines Vaters stammten außerdem die Erzherzoginnen Maria Annunziata und Elisabeth Amalia.
Wie für einen habsburgischen Erzherzog üblich, erhielt Ferdinand Karl im Alter von achtzehn Jahren den Orden vom Goldenen Vlies. Am 25. April 1884 trat er als Leutnant in ein Ulanenregiment ein. Nach einer dreijährigen militärischen Ausbildung wechselte er auf eigenen Wunsch zu einem technischen Regiment, da ihn technische Wissenschaften besonders interessierten. 1889 wurde er zum Oberleutnant befördert. In den folgenden Jahren setzte er seine militärische Laufbahn in verschiedenen Einheiten fort. Er diente unter anderem in Tirol bei den Kaiserjägern, wurde Major, Oberstleutnant und 1898 Oberst. 1899 übernahm er das Kommando über ein Kaiserjägerregiment und wurde zugleich Ehreninhaber eines Infanterieregiments.
Seine Stellung innerhalb der kaiserlichen Familie verlieh ihm auch außenpolitisches Gewicht. Während seiner militärischen Laufbahn erhielt er zahlreiche ausländische Orden, unter anderem aus Sachsen, Württemberg, Bayern, Serbien, Spanien, Persien, Japan, Preußen, Russland und vom Malteserorden. 1902 wurde er zum Kommandeur eines Prager Infanterieregiments ernannt und zum Generalmajor befördert.
In den 1890er Jahren veränderten sich die Aussichten auf die habsburgische Thronfolge. Kronprinz Rudolf, der einzige Sohn Franz Josephs, starb 1889 in Mayerling. Nach dem Tod von Ferdinand Karls Vater im Jahr 1896 wurde sein ältester Bruder Franz Ferdinand zum Thronfolger. Dieser war zunächst schwer an Tuberkulose erkrankt, erholte sich jedoch unerwartet. Seine Heirat mit Sophie Chotek, einer Gräfin, galt 1900 als nicht standesgemäß. Deshalb musste Franz Ferdinand auf die Thronrechte seiner künftigen Kinder verzichten. Da auch der zweite Bruder Otto Franz als wenig geeigneter künftiger Herrscher galt, wurde Ferdinand Karl zeitweise als möglicher Anwärter auf den Thron betrachtet. Tatsächlich sollte sich die Erbfolge jedoch anders entwickeln.
Ferdinand Karls Leben geriet durch seine eigene Beziehung zur bürgerlichen Berta Czuber in eine schwere Krise. Sie war die Tochter des Mathematikprofessors Emanuel Czuber an der Technischen Hochschule in Wien. Ferdinand Karl lernte sie vermutlich bei einem Ingenieurball kennen, dessen Schirmherr er regelmäßig war. Neben dem Theater gehörten technische Fragen zu seinen wichtigsten Interessen. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich eine Liebesbeziehung, die wegen der strengen Standesordnung des Kaiserhauses zunächst geheim bleiben musste.
Ende 1903 bat Ferdinand Karl Kaiser Franz Joseph um die Erlaubnis, Berta Czuber heiraten zu dürfen. Er war sogar bereit, dafür seine militärische Stellung aufzugeben, Wien zu verlassen oder eine zivile Aufgabe als Intendant eines Hoftheaters zu übernehmen. Der Kaiser vermied jedoch eine Entscheidung. Franz Ferdinand, der von seinen Brüdern bei seiner eigenen unstandesgemäßen Heirat keine Unterstützung erhalten hatte, setzte sich nun für eine besonders harte Behandlung Ferdinands Karls ein. Am 14. Oktober 1904 wurde der Generalmajor auf Anweisung des Kaisers mit sofortiger Wirkung aus der Armee entlassen. Als Begründung wurden gesundheitliche Gründe genannt. Zugleich wurde ihm nahegelegt, Wien fernzubleiben. Eine Heiratserlaubnis erhielt er weiterhin nicht.
Ferdinand Karl zog daraufhin mit Berta Czuber auf seinen Besitz in Tirol. Das Paar lebte zurückgezogen im Schloss Rottenstein bei Obermais nahe Meran. Am 15. August 1909 heirateten beide heimlich in Chur in der Schweiz. Kaiser Franz Joseph erfuhr erst 1911 von der Eheschließung, die gegen seine ausdrückliche Anordnung erfolgt war. Im August desselben Jahres entzog er Ferdinand Karl sämtliche habsburgischen Titel und Rechte, erklärte seine Orden und Auszeichnungen für ungültig und schloss ihn sowie mögliche Nachkommen von der Thronfolge aus. Außerdem wurde ihm der Aufenthalt in Wien verboten. Franz Joseph milderte die Folgen der Verbannung teilweise, indem er ihm aus den privaten Mitteln der Herrscherfamilie eine bescheidene Jahresrente gewährte.
Ferdinand Karl nahm daraufhin den bürgerlichen Namen Ferdinand Burg an. Dieser Name war bereits von seinem Vater bei Reisen als Deckname verwendet worden. Die Ehe mit Berta blieb kinderlos. Als Franz Ferdinand und Sophie im Juni 1914 in Sarajevo ermordet wurden, erhielt der Ausgeschlossene eine Sondergenehmigung, um zur Beisetzung seines Bruders und seiner Schwägerin nach Wien zu reisen. Dort wirkte er gebrochen und gealtert; die Mitglieder der kaiserlichen Familie beachteten ihn demonstrativ kaum.
Wenige Monate später, am 10. März 1915, starb Ferdinand Burg im Alter von 47 Jahren in München. Seine Ehefrau überlebte ihn um mehr als sechs Jahrzehnte und starb 1979 im Alter von hundert Jahren. Beide wurden in der Krypta der Wallfahrtskirche Maria Trost bei Untermais nahe Meran beigesetzt.
Quelle: Habsburg–Lotaringiai Ferdinánd Károly Lajos főherceg (hu, 27056465). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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