
Bildnachweis
Prince Ernst of Hohenberg
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Bildquelle: File:Prince Ernst of Hohenberg.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Ernst von Hohenberg, vollständig Ernst Alfons Franz Ignaz Josef Maria Anton, war ein deutscher Aristokrat, Förster und Forstwirt. Er war der zweitälteste Sohn des österreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand und dessen morganatischer Ehefrau Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg. Die Ermordung seiner Eltern in Sarajevo im Jahr 1914 löste die Ereignisse aus, die zum Ersten Weltkrieg führten.
Ernst war das dritte von vier Kindern und der zweite Sohn des Paares. Aufgrund der nicht standesgemäßen Ehe seiner Eltern besaßen er und seine Geschwister Sophie und Maximilian keine Ansprüche auf den österreichischen Thron. Franz Ferdinand hatte für seine Kinder ein zurückgezogenes und möglichst unauffälliges Leben vorgesehen. Die Familie lebte abwechselnd auf ihren Besitzungen in Österreich und Böhmen.
Nach der Ermordung ihrer Eltern wurden Ernst und seine Geschwister zunächst von ihrer Tante mütterlicherseits, Gräfin Henriette Chotek, betreut. Später kamen sie in den Haushalt von Fürst Jaroslav von Thun und Hohenstein, einem ehemaligen Adjutanten ihres Vaters, der mit einer weiteren Tante, Maria Chotek, verheiratet war. Kaiser Franz Joseph I. empfing die verwaisten Kinder nur ein einziges Mal. 1917 verlieh Kaiser Karl I. Ernsts Bruder Maximilian den Titel eines Herzogs von Hohenberg. Zugleich wurden die Geschwister von „Durchlaucht“ zu „Hoheit“ erhoben.
Mit dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahr 1918 änderten sich die Lebensumstände der Familie erneut. Die neuen tschechoslowakischen Behörden beschlagnahmten ihre dortigen Besitzungen, darunter die Schlösser Konopiště und Chlumec nad Cidlinou, weil sie die Familie den Habsburg-Lothringern zurechneten. Ernst und seine Geschwister zogen daraufhin nach Wien und in das Schloss Artstetten.
Ernst studierte Forstwirtschaft in Bruck an der Mur. Gemeinsam mit seinem Bruder trat er in den 1930er-Jahren bei monarchistischen Versammlungen in Österreich als Redner auf. Beide gehörten außerdem der Heimwehr an und standen in engem Kontakt zu Otto von Habsburg-Lothringen, dem Oberhaupt und Thronprätendenten des österreichischen Hauses. Sie engagierten sich gegen den Nationalsozialismus und widersetzten sich insbesondere der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich.
Am 25. Mai 1936 heiratete Ernst in Wien Maria Teresa Wood, eine Tochter des Hauptmanns Georg Jervis Wood und der Gräfin Rosa Lónyay von Nagy-Lónya und Vásáros-Namény. Das Paar hatte zwei Söhne. Der ältere, Franz Ferdinand Maximilian Georg Ernst Maria Josef Zacharias Ignaz von Hohenberg, wurde 1937 in Wien geboren und starb 1978 in Graz. Er heiratete Heide Zechling; aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor. Der jüngere Sohn, Ernst Georg Elmer Albert Josef Anton Peregrin Rupert Maria von Hohenberg, wurde 1944 in Wien geboren. Er heiratete 1973 Patricia César, von der er sich 1999 scheiden ließ, und ging 2007 eine zweite Ehe mit Margareta Anna Ndisi ein. Aus seiner ersten Ehe hatte er eine Tochter.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurde Ernst wegen seiner monarchistischen Aktivitäten und seiner öffentlich bekundeten Ablehnung der Besetzung Österreichs verhaftet. Zusammen mit seinem Bruder kam er in das Konzentrationslager Dachau; zugleich wurde sein österreichischer Besitz beschlagnahmt. Die Inhaftierung der beiden Hohenbergs erregte große öffentliche Aufmerksamkeit. Im Lager mussten die Brüder unter anderem Latrinen reinigen, was für die adeligen Gefangenen eine besondere Demütigung darstellen sollte. Ernst reagierte darauf, indem er häufig österreichische Lieder sang und damit die Wachmannschaften reizte.
Später wurde er in die Konzentrationslager Flossenbürg und Sachsenhausen überstellt. Trotz der unmenschlichen Haftbedingungen überlebte er die Lager und wurde 1943 freigelassen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt die Familie ihre Besitztümer zurück; das Schloss Artstetten wurde ihr 1949 auch formell restituiert. Ernst nahm seine Arbeit als Förster wieder auf und schloss sich der Österreichischen Volkspartei sowie deren Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner Österreichs an.
Ernst von Hohenberg starb 1954 im Alter von 49 Jahren in Graz. Seine Gesundheit hatte sich nach den Misshandlungen und den schlechten Bedingungen während der Haft in Dachau nie vollständig erholt; diese Folgen gelten als mögliche Ursache seines frühen Todes. Er wurde in einem weißen Marmorsarkophag in der Krypta des Schlosses Artstetten in Niederösterreich beigesetzt, nahe den sterblichen Überresten seiner Eltern und seiner Brüder. Der Sarkophag seiner Ehefrau Maria Teresa befindet sich rechts neben seinem.
Quelle: Ernesto de Hohemberg (es, 174902849). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0