Person
Eberhard IV. Graf von Württemberg
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
23.08.1388
Tod
02.07.1419

Bildnachweis
Eberhard IV, Count of Württemberg, by Hans Steiner
Hans Steiner (a.k.a. Johann Steiner) (circa 1550 date QS:P,+1550-00-00T00:00:00Z/9,P1480,Q5727902 –1610)
Museum of Fine Arts, Budapest ( https://www.mfab.hu/artworks/14154/ )
Bildquelle: File:Eberhard IV, Count of Württemberg, by Hans Steiner.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Eberhard IV., genannt „der Jüngere“, wurde am 23. August 1388 geboren und starb am 2. Juli 1419 in Waiblingen. Er war Graf von Württemberg und entstammte der Ehe Graf Eberhards III. mit Antonia Visconti. Als einziges überlebendes Kind seiner Eltern war er früh als Erbe der württembergischen Herrschaft vorgesehen.
Am 13. November 1397 wurde Eberhard mit Henriette von Mömpelgard verlobt. Sie war die älteste Tochter und Haupterbin Heinrichs von Mömpelgard, der 1396 gestorben war, ein Jahr vor seinem Vater, Graf Stephan von Mömpelgard. Die Ehe zwischen Eberhard und Henriette wurde spätestens 1407 geschlossen. Durch diese Verbindung fiel die Grafschaft Mömpelgard an Württemberg und wurde dauerhaft mit dem württembergischen Herrschaftsbereich verbunden.
Eberhard begann sich ab 1407 aktiv an der Regierung des Landes zu beteiligen. Von 1409 an regierte er gemeinsam mit Henriette die Grafschaft Mömpelgard. Nach dem Tod seines Vaters am 16. Mai 1417 übernahm er schließlich die Regierung in ganz Württemberg. Seine Herrschaft dauerte jedoch nur wenige Jahre. Als er 1419 starb, waren seine beiden Söhne Ludwig und Ulrich erst sieben beziehungsweise sechs Jahre alt. Daher wurde eine Vormundschaftsregierung eingerichtet, an der Henriette und bis zu 32 württembergische Räte beteiligt waren. Diese Regelung sollte die Herrschaft sichern, bis die minderjährigen Erben selbst regierungsfähig waren.
Mit Henriette hatte Eberhard drei Kinder. Die älteste war Anna, die 1408 in Waiblingen geboren wurde und 1422 Philipp I. von Katzenelnbogen heiratete. Die beiden Söhne Ludwig I., geboren 1412 in Urach, und Ulrich V., geboren 1413, wurden später Grafen von Württemberg. Ludwig I. und Ulrich V. standen nach dem frühen Tod ihres Vaters zunächst unter der genannten Vormundschaftsregierung.
Neben seinen ehelichen Kindern hatte Eberhard mit seiner Geliebten Agnes von Dagersheim mehrere weitere Nachkommen. Zu ihnen gehörten Antonia von Dagersheim, die Konrad Lyher, einen Kanzler in Stuttgart, heiratete, sowie Anna von Dagersheim und Wilhelm von Dagersheim. Wilhelm war Bürgermeister von Stuttgart und mit Margarethe von Enzberg verheiratet, einer Tochter des Bischofs von Speyer. In der Stuttgarter Hospitalkirche erhielt er einen Grabstein, der die württembergischen Hirschstangen und einen Bastardbalken zeigte und ihn als „Ledigen von Württemberg“ bezeichnete. Seine Tochter Agnes heiratete den Stuttgarter Ratsherren Hans Welling. Ihr Sohn Sebastian Welling wurde später Stuttgarter Bürgermeister und gehörte während der Vormundschaft für Herzog Ulrich zu den Mitregenten Württembergs.
Mit der Familie von Dagersheim wurden in älteren genealogischen Darstellungen weitreichende Verbindungen zu später bekannten Persönlichkeiten in Verbindung gebracht. Dazu zählten unter anderem Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Schelling, Friedrich Hölderlin, Ludwig Uhland, Eduard Mörike, Wilhelm Hauff und Justinus Kerner. Neuere Forschungen von Otto-Günter Lonhard haben diese Abstammungsbehauptungen jedoch widerlegt oder als nicht belegbar eingeordnet. Die genealogischen Zusammenhänge innerhalb der Familien Volland, Lyher und von Dagersheim sind daher teilweise anders zu bewerten, als es ältere Ahnentafeln nahelegten. Auch die Abstammung der Kinder, die Anna von Dagersheim angeblich mit Hans Ferg, genannt Vergenhans, hatte, bleibt unsicher, da über deren Mutter nichts Verlässliches überliefert ist.
Eberhard IV. steht damit für eine wichtige Übergangsphase in der Geschichte Württembergs. Durch seine Ehe mit Henriette wurde Mömpelgard mit Württemberg verbunden, und nach dem Tod seines Vaters vereinigte er die Regierung des Landes in seiner Hand. Sein früher Tod führte jedoch dazu, dass die nächste Generation die Herrschaft zunächst nicht selbst ausüben konnte. Die anschließende Vormundschaft prägte die politische Entwicklung Württembergs, während seine Söhne Ludwig I. und Ulrich V. zu den späteren Trägern der gräflichen Herrschaft wurden.
Quelle: Eberhard IV. (Württemberg) (de, 266129983). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0