Person
Cristina von Spanien
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
13.06.1965
Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Bildnachweis
Infanta Cristina
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Bildquelle: File:Infanta Cristina.JPG · Lizenz: CC BY 2.5
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Biografie
Cristina de Borbón y Grecia, vollständig Cristina Federica Victoria Antonia de la Santísima Trinidad de Borbón y Grecia, wurde am 13. Juni 1965 in Madrid geboren. Sie ist die Tochter des spanischen Königs Juan Carlos I. und der Königin Sofía sowie die Schwester des heutigen Königs Felipe VI. Als spanische Infantin führt sie den Rang einer Königlichen Hoheit. In der spanischen Thronfolge steht sie an sechster Stelle.
Cristina wurde am 21. Juni 1965 im Palast von Zarzuela getauft. Ihre Schulzeit verbrachte sie am Colegio Santa María del Camino in Madrid. Anschließend studierte sie ab 1984 Politikwissenschaft an der Universität Complutense in Madrid und schloss das Studium 1989 ab. Damit war sie die erste Frau des spanischen Königshauses mit einem Hochschulabschluss. 1990 erwarb sie an der New York University einen Master in Internationalen Beziehungen. Im folgenden Jahr absolvierte sie ein sechsmonatiges Praktikum am UNESCO-Hauptsitz in Paris, wo sie im Bereich Sozial- und Geisteswissenschaften tätig war.
Schon früh übernahm Cristina Aufgaben im öffentlichen Leben. 1977 wurde sie Patin einer nach ihr benannten Korvette der spanischen Marine. Mit ihrer Volljährigkeit erhielt sie 1983 das Band einer Dame des Ordens Isabella der Katholischen und wurde damit vollständig in die offiziellen Aktivitäten der königlichen Familie einbezogen. Sie nahm an zahlreichen staatlichen, kulturellen und wohltätigen Veranstaltungen teil und vertrat die spanische Krone bei Reisen im Ausland. 1989 führte sie in Brüssel ihre erste offizielle Auslandsmission im Namen Spaniens durch.
Sport spielte in ihrem Leben eine wichtige Rolle. Wie ihr Vater begeisterte sie sich für den Segelsport und nahm 1987 und 1988 an spanischen Meisterschaften in olympischen Bootsklassen teil. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul war sie Ersatzmitglied des spanischen 470-Segelteams und trug bei der Eröffnungsfeier die spanische Fahne. Nach der Vergabe der Olympischen Spiele 1992 an Barcelona hisste sie dort die olympische Flagge. Außerdem betrieb sie unter anderem Squash und Skisport. Ihre besondere Verbundenheit mit dem Segeln zeigte sich später auch in ihrem Engagement für den Behindertensport.
Neben ihren repräsentativen Pflichten widmete sich Cristina internationalen und sozialen Themen. 1991 reiste sie im Auftrag der Krone nach Chile, Kolumbien und Argentinien. 1992 ließ sie sich zunächst vorübergehend in Barcelona nieder, um an der Organisation der Weltmeisterschaften im Behindertensegeln mitzuwirken. Die Stadt blieb anschließend ihr Wohnort. Dort arbeitete sie mit der UNESCO zusammen und engagierte sich weiterhin für deren Projekte. Seit 1993 war sie bei der Stiftung La Caixa tätig, zunächst im Bereich kultureller Programme und später in der internationalen Zusammenarbeit. 2005 wurde sie Direktorin des sozialen Bereichs der Stiftung und war dort für Programme für ältere Menschen, Freiwillige und internationale Kooperation zuständig. Diese Tätigkeit endete im Zusammenhang mit ihrem späteren Umzug ins Ausland.
Cristina ist außerdem eng mit der Musik verbunden. 1990 wurde der nach ihr benannte Infanta-Cristina-Klavierwettbewerb ins Leben gerufen. Seit 1985 vergibt die Stiftung Jacinto e Inocencio Guerrero im zweijährigen Rhythmus auch einen internationalen Gitarrenpreis, der ihren Namen trägt.
Im Frühjahr 1997 wurde ihre Beziehung zu Iñaki Urdangarin öffentlich. Urdangarin war ein erfolgreicher Handballspieler des FC Barcelona. Das Paar verlobte sich im April desselben Jahres und heiratete am 4. Oktober 1997 in der Kathedrale von Barcelona. An der Hochzeit nahmen mehr als 1.500 Gäste teil, darunter Vertreter zahlreicher Königshäuser und führende Persönlichkeiten des spanischen Staates. Wenige Tage vor der Hochzeit verlieh König Juan Carlos seiner Tochter den Titel einer Herzogin von Palma de Mallorca. Cristina und Urdangarin bekamen vier Kinder: Juan Valentín, geboren 1999, Pablo Nicolás, geboren 2000, Miguel, geboren 2002, und Irene, geboren 2005.
Nach ihrer Hochzeit setzte Cristina ihre beruflichen und institutionellen Aufgaben fort. Sie wurde unter anderem lebenslange Kuratorin der Gala-Salvador-Dalí-Stiftung und übernahm verschiedene Ehrenämter. 2001 wurde sie Ehrenpräsidentin der Stiftung ANAR, die gefährdete Kinder und Jugendliche unterstützt. Im selben Jahr ernannte man sie zur Goodwill-Botschafterin der Vereinten Nationen für die Weltversammlung über das Altern. Sie engagierte sich zudem als Präsidentin der International Foundation for Disabled Sailing und nahm persönlich an Kursen im Behindertensegeln teil. Darüber hinaus vertrat sie Spanien bei zahlreichen internationalen Veranstaltungen und besuchte Entwicklungs- und Kooperationsprojekte in mehreren Ländern.
2009 zog die Familie wegen der beruflichen Verpflichtungen ihres Mannes nach Washington, D.C. 2012 kehrte sie nach Spanien zurück, bevor sie 2013 nach Genf umzog. Dort koordinierte sie für die Stiftung La Caixa Programme mit Einrichtungen der Vereinten Nationen. Nach der Thronbesteigung ihres Bruders Felipe VI. im Jahr 2014 gehörte Cristina nicht mehr zur engeren spanischen Königsfamilie. Sie zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und übernahm keine offiziellen Aufgaben mehr für die Krone. Anschließend arbeitete sie in Genf für die Aga Khan Foundation als Koordinatorin für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen, insbesondere innerhalb des Aga Khan Trust for Culture. Seit 2024 verbringt sie trotz ihres gewöhnlichen Aufenthalts in Genf längere Zeiten im Palast von Zarzuela, wo ihre jüngeren Kinder bei ihrer Großmutter leben.
Ihre öffentliche Stellung wurde durch den Fall Nóos stark belastet. Ende 2011 wurde ihr Ehemann im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen das Instituto Nóos beschuldigt. Cristina war Miteigentümerin der Gesellschaft Aizoon und Mitglied des Kuratoriums des Instituts. Zunächst sahen die Ermittlungsbehörden keine ausreichenden Hinweise darauf, dass sie an den Geschäftsentscheidungen oder den fraglichen Aktivitäten beteiligt gewesen sei. 2013 wurde sie dennoch erstmals beschuldigt, später wurde das Verfahren teilweise aufgehoben und im Januar 2014 wegen des Verdachts auf Steuerdelikte und Geldwäsche erneut aufgenommen. Bei ihrer Aussage bestritt Cristina, von den Aktivitäten gewusst zu haben, und erklärte, keine Kenntnisse in steuerlichen, rechtlichen oder wirtschaftlichen Fragen zu besitzen.
2017 sprach das Provinzgericht von Palma Cristina von den beiden angeklagten Steuerdelikten frei. Zugleich verpflichtete es sie zur Rückzahlung von 265.088 Euro, da sie sich nach Auffassung des Gerichts indirekt an den von ihrem Ehemann begangenen Straftaten bereichert hatte. Der Oberste Gerichtshof setzte diese zivilrechtliche Verpflichtung später auf 136.950 Euro herab. Ihre Ehe mit Iñaki Urdangarin wurde im Januar 2022 öffentlich als unterbrochen bezeichnet; im Dezember 2023 wurde die Scheidung formalisiert. Cristina lebt weiterhin überwiegend in Genf und bleibt in internationalen und kulturellen Organisationen tätig.
Quelle: Cristina de Borbón (es, 172552899). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0