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Anna von Österreich-Tirol

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Geburt

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Tod

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Porträt von Anna von Österreich-Tirol
Bildnachweis

Kaiserin Anna von Tirol (1598-1618)

Alessandro Abondio

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Bildquelle: File:Anna von Tirol.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anna von Österreich-Tirol, auch Anna von Tirol genannt, wurde am 4. Oktober 1585 in Innsbruck geboren und starb am 14. Dezember 1618 in Wien. Sie entstammte dem Haus Habsburg und war die Tochter Ferdinands II., Erzherzogs von Österreich und Grafen von Tirol, sowie dessen Frau Anna Katharina von Mantua aus dem Haus Gonzaga. Über ihren Vater war sie eine Enkelin Kaiser Ferdinands I. und Anna von Böhmen und Ungarn, der letzten Vertreterin des Hauses Jagiellonen in diesen Königreichen. Über ihre Mutter war sie mit den Herzögen von Mantua und Montferrat sowie erneut mit dem Haus Habsburg verbunden. Anna war das dritte und jüngste Kind ihrer Eltern. Ihre ältere Schwester Anna Eleonora starb bereits im Säuglingsalter, während ihre Schwester Maria überlebte. Alle Kinder der Familie waren gesundheitlich empfindlich. Annas Taufe wurde dennoch mit großer Feierlichkeit begangen. Ihre Cousins, Erzherzog Maximilian und Herzog Ferdinand von Bayern, organisierten die Zeremonie. Als Taufpate galt der Kaiser, der durch Erzherzog Ernst vertreten wurde; die Taufe nahm der Bischof von Brixen vor. Ihre Kindheit verbrachte Anna am Innsbrucker Hof, der unter ihren Eltern zu einem Zentrum der Renaissancekultur geworden war. Sie lebte unter anderem in den Schlössern Ambras, Hofburg und Ruhelust. Um ihre schwache Gesundheit zu schützen, stellte ihre Mutter 1590 eigens ein Kochbuch für sie zusammen. Als Anna zehn Jahre alt war, starb ihr Vater. Die verwitwete Gräfin sorgte anschließend intensiv für die Ausbildung ihrer Töchter. Als sich Annas musikalische Begabung zeigte, ließ sie ein damals seltenes und kostspieliges Klavichord anschaffen und engagierte einen Lehrer. Die Liebe zur Musik begleitete Anna ihr ganzes Leben. Gleichzeitig erzog ihre Mutter sie in einer strengen katholischen Frömmigkeit. Zu den damaligen religiösen Praktiken gehörte auch die Selbstgeißelung. Selbst als Kaiserin griff Anna darauf zurück, wenn sie glaubte, gesündigt zu haben. Ihre Mutter unternahm häufig Wallfahrten, nahm die Töchter wegen deren schwacher Gesundheit jedoch nicht mit. 1606 gründete sie in Innsbruck ein Frauenkloster für Servitinnen. Nachdem sie Anna verheiratet hatte, trat sie dort selbst in den Orden ein und nahm den Namen Anna Juliana an. Annas Schwester Maria folgte ihr und wurde im selben Kloster unter dem Namen Anna Katharina Nonne. Als Anna erwachsen war, erhielt sie mehrere Heiratsangebote. 1603 warb Sigismund III., König von Polen, um sie, doch der Kaiser lehnte diese Verbindung ab. Danach erwog Kaiser Rudolf II. selbst eine Heirat mit Anna und ließ durch seinen Hofmaler ein Porträt der möglichen Braut anfertigen. Annas Mutter nahm daraufhin keine weiteren Angebote mehr an, aber Rudolf entschied sich letztlich nicht zur Ehe. Schließlich hielt sein jüngerer Bruder Matthias um Annas Hand an. Nach einiger Zeit genehmigte Rudolf die Heirat seines Bruders mit der früheren kaiserlichen Braut. Am 4. Dezember 1611 heiratete Anna Matthias in der Wiener Augustinerkirche. Die Eheleute waren miteinander verwandt: Matthias’ Vater, Kaiser Maximilian II., war der ältere Bruder von Annas Vater Ferdinand II. Matthias war bereits über fünfzig, Anna dagegen erst über fünfundzwanzig Jahre alt. Dennoch hoffte der König auf eigene Nachkommen. Vier Jahre nach der Hochzeit verbreiteten sich am Hof Gerüchte, Anna sei schwanger, nachdem sie etwas zugenommen hatte. Bald machten sich Spötter jedoch darüber lustig und führten ihre rundere Gestalt auf ihren guten Appetit zurück. Die Ehe blieb kinderlos. Am 21. Mai 1612 wurde Matthias zum römisch-deutschen König und zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Anna wurde am 15. Juni desselben Jahres in Frankfurt gekrönt, zwei Tage nach ihrem Mann. Damit belebte Matthias die Tradition, auch die Ehefrauen der Kaiser krönen zu lassen; Anna war die erste gekrönte Kaiserin seit Eleonore Helena von Portugal. 1613 wurde sie in Pressburg zur Königin von Ungarn gekrönt, 1616 folgte in Prag die Krönung zur Königin von Böhmen. Zeitgenossen beschrieben Anna als gutmütige und liebevolle Kaiserin. Sie übte großen Einfluss auf Matthias aus, ähnlich wie zuvor dessen Mätresse Susanna Wachter. Gemeinsam wurden die Eheleute als „Arbeitspaar“ bezeichnet. Matthias verlegte den kaiserlichen Hof von Prag nach Wien. Unter ihrer gemeinsamen Leitung entwickelte sich Wien zu einem bedeutenden Zentrum der europäischen Kultur. Anna förderte besonders Landsleute aus Tirol und verschaffte ihnen Ämter am Hof. Religiös stand Anna fest auf der Seite der katholischen Gegenreformation. Als Kaiserin vermied sie den Umgang mit protestantischen Untertanen. Wie ihre Mutter sammelte sie Reliquien, vor allem die Gebeine von Heiligen, und unterstützte die Kapuziner. Dieser kurz zuvor entstandene Orden spielte später eine wichtige Rolle bei der katholischen Erneuerung in Österreich. Für ihre besondere Treue zur römisch-katholischen Kirche zeichnete Papst Paul V. sie mit der Goldenen Rose aus. Anna setzte sich außerdem für die Errichtung einer Familiengruft ein. Matthias hatte bereits 1600 Kapuziner nach Wien geholt und ihnen die Ulrichskirche überlassen. 1617 ließ er auf Wunsch seiner Frau neben der kaiserlichen Residenz eine neue Kapuzinerkirche errichten. Am 10. November 1618 begann dort der Bau einer Gruft für Anna und Matthias. Anna überwachte die Arbeiten und stellte mit Zustimmung ihres Mannes Geld aus ihrem persönlichen Vermögen bereit. Nur einen Monat später, am 14. Dezember 1618, starb sie in Wien. Matthias folgte ihr am 20. März 1619. Zunächst wurden die beiden in einem Klarissenkloster in Wien beigesetzt. Nachdem der Bau unter ihrem Vetter und Nachfolger, Kaiser Ferdinand II., fortgesetzt worden war, überführte man ihre Särge 1633 in die fertiggestellte Gruft. Anna und Matthias wurden nebeneinander bestattet. Unter Kaiser Ferdinand III. entwickelte sich die als Kaisergruft bekannte Anlage endgültig zur Familiengrablege der habsburgischen Kaiserfamilie.

Quelle: Анна Тирольская (ru, 148698840). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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