Person

Ana Dorothea of Austria

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Geburt

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Tod

Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Biografie

Anna Dorothea de Austria, auch Ana Dorotea marquesa de Austria genannt, war eine uneheliche Tochter Kaiser Rudolfs II. und eine bedeutende Ordensfrau, Mäzenin und politische Vermittlerin des 17. Jahrhunderts. Sie wurde vermutlich 1611 oder Anfang 1612 in Prag geboren; ihr genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert. Ein niederländischer Gesandter berichtete im Januar 1612, dem Kaiser sei am Tag vor seinem Tod eine Tochter geboren worden. Andere Hinweise sprechen für das Jahr 1611, da Anna Dorothea bei ihrer späteren Ordensprofess angab, sie sei siebzehn Jahre alt. Als Herkunftsort bezeichnete sie selbst Wien, wohin sie wahrscheinlich schon als kleines Kind gebracht worden war. Der Name ihrer Mutter ist unbekannt. Rudolf II. erkannte Anna Dorothea als eines von sechs unehelichen Kindern an und verlieh ihnen den Stand einer Markgräfin oder eines Markgrafen von Österreich. Diese Kinder galten am spanischen Hof als natürliche Angehörige des Hauses Habsburg, waren jedoch von der Thronfolge ausgeschlossen. Zu ihren anerkannten Geschwistern gehörten Elisabeth, Julius Caesar, Karolina, Matthias und Karl. In der älteren tschechischen Forschung wurde häufig Katharina Strada, die langjährige Geliebte des Kaisers, als Mutter aller sechs Kinder angesehen. Die überlieferten Daten sprechen jedoch dagegen, dass sie die Mutter der älteren Kinder und damit auch Anna Dorotheas gewesen sein könnte. Ihre tatsächliche Abstammung mütterlicherseits blieb ungeklärt. Über Anna Dorotheas frühe Kindheit sind nur wenige Nachrichten erhalten. Wahrscheinlich wuchs sie nicht bei ihrer Mutter auf. Nach dem Tod Rudolfs II. im Jahr 1612 war ihre Zukunft zunächst unsicher, da der Kaiser keine letztwillige Verfügung hinterlassen hatte. Sein Nachfolger, Kaiser Matthias, unterstützte einige der hinterbliebenen Kinder finanziell. Ein zeitgenössischer Franziskaner berichtete später, Anna Dorothea sei in Wien unter der Obhut von Matthias und dessen Ehefrau Anna von Tirol aufgewachsen. Nach dem Tod des Kaisers wurde sie vermutlich im Wiener Himmelpfortkloster erzogen, einem Konvent, in dem vor allem adelige Frauen lebten. Im Jahr 1622 übernahm Kaiser Ferdinand II. die Verantwortung für ihre weitere Versorgung. Er beschloss, die junge Frau nach Madrid zu schicken und sie ihrer Tante Margarete von Österreich anzuvertrauen. Margarete, eine Schwester Rudolfs II., lebte als Klarissin im Madrider Kloster der Königlichen Unbeschuhten, den Descalzas Reales. Ferdinand plante, Anna Dorothea möglichst unauffällig nach Spanien zu bringen, damit sie dort ein religiöses Leben führen würde. Ihre Verwandten erwarteten von ihr, dass sie sich ganz der Frömmigkeit, Tugend und dem Kloster widmete. Die Reise verlief jedoch dramatisch. Ende November 1622 bestieg Anna Dorothea in Genua eine Galeere, die im Golf von Lion nahe dem Kap Leucate Schiffbruch erlitt. Bei der Rettung wurde ihre Identität bekannt. Ein Erzbischof von Barcelona nahm die Schiffbrüchigen mehrere Tage bei sich auf. Die kleine Zahl ihrer Begleiter sorgte am Madrider Hof für Verwunderung, denn uneheliche Kinder wurden im habsburgischen Umfeld unterschiedlich bewertet: Die spanischen Habsburger erkannten sie als Angehörige der Dynastie an, während der Wiener Hof ihnen zwar finanzielle Unterstützung, aber nicht dieselbe gesellschaftliche Stellung wie ehelich geborenen Familienmitgliedern gewährte. König Philipp IV. von Spanien ließ Anna Dorothea schließlich mit einem ehrenvollen Geleit von Barcelona nach Madrid bringen. Um die Jahreswende 1622/1623 traf sie dort ein und wurde zunächst heimlich ihrer Tante Margarete vorgestellt. Am folgenden Tag erfolgte ihre feierliche Aufnahme in die Descalzas Reales. Der König, seine Gemahlin Elisabeth von Bourbon und mehrere Mitglieder der königlichen Familie waren anwesend. Philipp IV. verhinderte zunächst, dass Anna Dorothea sofort in die Klausur eingeschlossen wurde. Sie durfte zunächst die Räume bewohnen, die einst ihrer Großmutter Maria von Spanien gehört hatten, und sich an ihre neue Umgebung gewöhnen. Bald darauf legte sie jedoch das Ordenskleid an. Margarete von Österreich bereitete sie auf ihre besondere Rolle als „königliche Nonne“ vor. Das Kloster war nicht nur ein strenger Klarissenkonvent, sondern zugleich eng mit dem spanischen Königshaus verbunden und verfügte über höfische Einrichtungen, Dienerschaft und eine bedeutende Kunstsammlung. Anna Dorothea wuchs dort zeitweise gemeinsam mit Katharina von Este auf, einer Enkelin der spanischen Infantin Katharina Michaela. Katharina starb 1628 im Kloster. Am 16. August oder nach anderer Überlieferung am 18. September 1628 legte Anna Dorothea in den Descalzas Reales ihre Ordensgelübde ab. Sie nahm den Namen Anna Dorothea von der Unbefleckten Empfängnis an und trat in den Orden der Collettiner-Klarissen ein. Die Feier fand im Beisein der königlichen Familie, des päpstlichen Nuntius Giovanni Battista Pamphili, des späteren Papstes Innozenz X., und des österreichischen Gesandten Franz Christoph Khevenhüller statt. Päpstliche Dispensen und königliche Privilegien gewährten ihr weitreichende Freiheiten. Sie durfte einen eigenen Beichtvater wählen, Briefe schreiben, Besucher empfangen, Audienzen geben, persönlichen Besitz führen, Geschäfte abschließen und einen eigenen Hofstaat unterhalten. Dank ihrer Herkunft, ihrer Bildung und ihrer weitgespannten Kontakte entwickelte Anna Dorothea ein dichtes Netzwerk innerhalb und außerhalb des Klosters. Sie stand mit Päpsten, Kardinälen und vatikanischen Sekretären in Verbindung; päpstliche Nuntien suchten sie nach ihrer Ankunft in Madrid auf. Auch zu den verschiedenen Linien der Habsburger, zu anderen Dynastien, Diplomaten und Hofbeamten unterhielt sie enge Beziehungen. König Philipp IV. machte sie zu einer Vertrauten und Ratgeberin. Dadurch wurde sie zu einer wichtigen Verbindung zwischen dem spanischen und dem österreichischen Zweig der Habsburger und zu einer der einflussreichsten und bestinformierten Frauen im Spanien des 17. Jahrhunderts. Darüber hinaus trat Anna Dorothea als Mäzenin hervor. 1628 malte Peter Paul Rubens während seiner diplomatischen Mission in Madrid ein Porträt von ihr im Klarissinnengewand. Im Kloster ließ sie außerdem die Kapelle der Jungfrau von Guadalupe errichten, die 1653 geweiht wurde und einen besonderen Zyklus mit Darstellungen alttestamentlicher Frauen erhielt. Mit der künstlerischen Ausgestaltung beauftragte sie den Madrider Maler, Bildhauer und Architekten Sebastián de Herrera Barnuevo. Auch die Erneuerung der illusionistischen Malereien am Hauptaufgang des Klosters wird mit ihr verbunden. Eine Inschrift aus dem Jahr 1684 erinnert dort an Anna Dorothea als Tochter Kaiser Rudolfs II. und Ordensfrau dieses Konvents. Sie starb am 14. August 1694 in Madrid.

Quelle: Anna Dorotea de Austria (cs, 25806297). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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Kinder

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