Person

Maria Anna von Savoyen

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Geburt

  1. 19.09.1803

Tod

  1. 04.05.1884

Biografie

Maria Anna Carolina Pia von Savoyen wurde am 19. September 1803 im Palazzo Colonna in Rom geboren und starb am 4. Mai 1884 in Prag. Durch ihre Ehe mit Ferdinand I. wurde sie Kaiserin von Österreich, Königin von Böhmen und apostolische Königin von Ungarn. Sie war eine Tochter Viktor Emanuel I. von Savoyen, König von Sardinien-Piemont, und der Erzherzogin Maria Theresia von Österreich-Este. Zu ihren Geschwistern gehörte ihre Zwillingsschwester Maria Theresia, die später Herzogin von Parma, Piacenza und Guastalla wurde. Ihre Schwester Maria Beatrix war Herzogin von Modena und Reggio, während Maria Christina als Ehefrau Ferdinands II. Königin beider Sizilien wurde. Maria Anna kam in einer Zeit politischer Umbrüche zur Welt. Ihre Familie hielt sich in Rom auf, nachdem französische Truppen unter Napoleon Turin besetzt hatten. Die Savoyer waren beim Papst zu Gast und suchten dort Zuflucht. Maria Anna und ihre Zwillingsschwester wurden von Papst Pius VII. getauft; ihm zu Ehren erhielten beide den zusätzlichen Namen Pia. Als Maria Anna ein Jahr alt war, musste die Familie erneut fliehen und zog nach Sardinien. Acht Jahre lang lebten die Savoyer in Cagliari, bis der Einfluss Napoleons zurückging. 1814 kehrte Maria Anna mit ihrer Familie erstmals nach Turin zurück. Ihr Vater war inzwischen als Viktor Emanuel I. König von Sardinien. Die politischen Spannungen im Königreich verschärften sich jedoch. 1821 forderten piemontesische Aufständische eine Verfassung. Viktor Emanuel verweigerte sie und dankte am 13. März desselben Jahres zugunsten seines Bruders Karl Felix ab. Die Familie zog daraufhin zunächst nach Racconigi und anschließend nach Moncalieri. Dort starb Viktor Emanuel 1824. Im Jahr 1830 bestimmte Kaiser Franz II. die damals 28-jährige Maria Anna zur Ehefrau seines Sohnes Ferdinand. Die Trauung durch einen Stellvertreter fand am 12. Februar 1831 in Turin statt, die eigentliche Hochzeit wurde am 27. Februar in Wien gefeiert. Das Paar wurde im Wiener Stephansdom von einem Kardinal aus Olmütz getraut. Ferdinand war bereits zum König von Ungarn gekrönt worden und galt als designierter Nachfolger seines Vaters. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1832 kümmerte sich Maria Anna auch um die standesgemäße Heirat ihrer jüngeren Schwester Maria Christina mit Ferdinand II. von Bourbon, dem König beider Sizilien. Als Kaiser Franz I. am 2. März 1835 starb, bestiegen Maria Anna und Ferdinand den österreichischen Kaiserthron. In den folgenden Jahren erhielt das Paar weitere Herrschertitel: Am 2. September 1836 wurden beide im Prager Dom zu Königen von Böhmen gekrönt, am 6. September folgte in Mailand die Krönung zum König und zur Königin von Lombardo-Venetien. Ferdinand war jedoch nicht in der Lage, die Regierung selbst wirksam zu führen. Die Staatsgeschäfte wurden maßgeblich von Minister Klemens von Metternich gelenkt. Am Wiener Hof begegnete man Maria Anna mit Misstrauen. Sie konnte keine Kinder bekommen, und ihre italienische Herkunft wurde kritisch gesehen, insbesondere wegen der Verbindung des Hauses Savoyen zu Karl Albert von Savoyen-Carignan, der gegen Österreich kämpfte. Außerdem besaß sie nicht den politischen Einfluss ihrer Schwägerin Sophie von Bayern, die als Mutter mehrerer Söhne eine bedeutende Stellung am Hof einnahm. Maria Anna konnte Ferdinand daher weder politisch entscheidend beeinflussen noch ihm als Ratgeberin zur Seite stehen. Dennoch blieben die beiden einander ihr ganzes Leben lang treu; ihre Ehe blieb kinderlos. Während der Revolution von 1848 distanzierte sich Maria Anna gemeinsam mit Sophie von Bayern zunächst rechtzeitig vom Metternich-System. Später trat sie jedoch für ein strengeres Vorgehen gegen die revolutionären Bewegungen ein. Als die Unruhen Wien erreichten, flohen Ferdinand und Maria Anna mit dem Hof nach Innsbruck. Nach einer vorübergehenden Rückkehr nach Wien am 12. August 1848 brachen die Aufstände erneut aus, sodass das Herrscherpaar nach Olmütz ausweichen musste. Am 2. Dezember 1848 dankte Ferdinand endgültig ab. Die Kaiserkrone ging an seinen 18-jährigen Neffen Franz Joseph I. über, der Österreich 68 Jahre lang regierte. Ferdinand behielt trotz seiner Abdankung seinen kaiserlichen Rang, und Maria Anna wurde weiterhin als Kaiserin bezeichnet. Beide zogen sich aus dem politischen Leben zurück. Ihre Winter verbrachten sie in Prag, die Sommer in Reichstadt; schließlich lebten sie dauerhaft in Prag. Maria Anna engagierte sich dort besonders in der Wohltätigkeit. Ferdinand starb am 29. Juni 1875. Maria Anna überlebte ihn und starb am 4. Mai 1884 im Alter von 80 Jahren in Prag. Sie wurde neben ihrem Ehemann in der Kaisergruft in Wien beigesetzt. Mit ihrem Tod erlosch der Hauptzweig des Hauses Savoyen endgültig. Ihr Andenken blieb auch im kulturellen Leben präsent: Joseph Lanner sowie Johann Strauss Vater und Sohn widmeten ihr Werke. Besonders bekannt wurde die „Annen-Polka“, die 1852 im Wiener Prater uraufgeführt wurde. In Wien wurde 1862 die Mariannengasse nach ihr benannt, und auch in Graz erinnert die Annenstraße an die Kaiserin.

Quelle: Мария Анна Савойска (bg, 12420934). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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