Person

Maria Anna von Österreich

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Geburt

  1. 06.01.1882

Tod

  1. 25.02.1940

Porträt von Maria Anna von Österreich
Bildnachweis

Unknown photographer - Photograph of Marie Anne of Habsburg-Teschen, Princess of Parma, with her daughter Princess Elisabeth

Unknown photographer

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Bildquelle: File:Unknown photographer - Photograph of Marie Anne of Habsburg-Teschen, Princess of Parma, with her daughter Princess Elisabeth.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maria Anna Isabella von Österreich-Teschen wurde am 6. Januar 1882 in Linz als zweites Kind des österreichischen Erzherzogs Friedrich von Österreich-Teschen und der deutschen Prinzessin Isabella von Croÿ-Dülmen geboren. Sie entstammte dem teschenischen Zweig des Hauses Habsburg-Lothringen und führte die Titel einer österreichischen Erzherzogin sowie einer ungarischen und böhmischen königlichen Prinzessin und Herzogin von Teschen. Ihr Vater war der älteste Sohn Erzherzog Karl Ferdinands und ein Enkel des Palatins Joseph von Österreich. Als Herzog von Teschen und kaiserlich-königlicher Feldmarschall wurde Friedrich 1914 zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte Österreich-Ungarns ernannt und blieb bis 1917 in diesem Amt. Marias Mutter Isabella stammte aus dem alten Haus Croÿ und war eine Tochter des Prinzen Rudolf Maximilian Constantin von Croÿ und der Prinzessin Natalie de Ligne. Über ihre Vorfahren war Maria Anna außerdem mit bedeutenden habsburgischen Persönlichkeiten verbunden, darunter Erzherzog Albrecht, dem spanischen Königshaus und der spanischen Königin Maria Christina. Maria Anna wuchs mit acht Geschwistern auf. Sieben von ihnen erreichten das Erwachsenenalter; zwei Schwestern starben noch als Kinder beziehungsweise Jugendliche. Zu ihren Geschwistern gehörten Maria Christina, Maria Henriette, Gabriella, Isabella, Maria Alice und der jüngere Bruder Albrecht, der als einziger Sohn schließlich Erbe des Herzogtums Teschen wurde. Die Familie lebte zeitweise in Pressburg oder Linz und verbrachte die Sommer im Schloss Weilburg bei Baden in Niederösterreich. Auch später wurden einige von Maria Annas Kindern dort geboren. In den späten 1890er Jahren bemühte sich ihre ehrgeizige Mutter darum, für Maria Anna und ihre Schwestern besonders angesehene Ehemänner aus der kaiserlichen Familie zu finden. Große Hoffnungen setzte sie auf Erzherzog Franz Ferdinand, den damaligen Thronfolger. 1898 stellte sich jedoch heraus, dass Franz Ferdinand nicht einer ihrer Töchter, sondern der Hofdame Sophie Chotek den Hof machte. Er hielt trotz des Standesunterschieds an seiner Wahl fest und heiratete Sophie 1900. Maria Annas Mutter und die älteren Töchter empfanden dies als schwere Demütigung und entwickelten eine tiefe Abneigung gegen Franz Ferdinand und seine Frau. Auch Maria Annas Vater wollte den späteren Thronfolger unter dem Einfluss seiner Ehefrau nicht unterstützen. Am 25. Mai 1903 heiratete Maria Anna in Wien Prinz Elias von Bourbon-Parma. Er war ein Sohn Roberts, des letzten nominellen Herzogs von Parma, und der Prinzessin Maria Pia von Bourbon-Sizilien. Roberts Familie war außergewöhnlich kinderreich; aus zwei Ehen stammten insgesamt 24 Kinder. Mehrere seiner Söhne aus erster Ehe waren aufgrund familiärer Verwandtschaftsverhältnisse geistig behindert. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1907 übernahm Elias die gesetzliche Vormundschaft für seine erkrankten Brüder und die Verwaltung des Familienvermögens. Aus der Ehe von Maria Anna und Elias gingen acht Kinder hervor: Elisabeth, Karl Ludwig, Maria Franziska, Robert Hugo, Franz Alfons, Johanna Isabella, Alice Maria und Maria Christina. Der Sohn Karl Ludwig starb bereits 1912 im Alter von sieben Jahren an Kinderlähmung. Die meisten Töchter blieben unverheiratet. Alice Maria heiratete 1936 den spanischen Infanten Alfons, Herzog von Kalabrien. Die jüngste Tochter Maria Christina wurde 1925 in Wien geboren. Insgesamt begründeten Maria Annas Kinder keine größeren eigenen Familienlinien; nur Alice Maria hatte später drei Kinder. Nach dem Tod Roberts von Parma entbrannte innerhalb der Familie ein Streit um Erbe und Besitz. Der älteste noch lebende Sohn Heinrich, der selbst geistig behindert war, erbte den nominellen Herzogstitel. Ein österreichisches Gericht erklärte ihn und fünf seiner Geschwister für nicht geschäftsfähig und bestellte Elias zum Vormund sowie zum Verwalter des Vermögens. Dazu gehörte auch das Schloss Chambord in Frankreich. 1910 einigten sich die betroffenen Familienmitglieder auf eine Teilung des Besitzes. Elias erhielt als Vormund die Hälfte des Vermögens, darunter Chambord. Die Erbstreitigkeiten belasteten auch das Verhältnis zu Elias’ Halbgeschwistern. 1911 heiratete seine Halbschwester Zita von Bourbon-Parma den Erzherzog Karl, den späteren Kaiser Karl I. Wegen der Vermögensfragen entwickelte sich zwischen Zita und Elias ein besonders schlechtes Verhältnis. Nach der Ermordung Franz Ferdinands 1914 wurde Zita zur Frau des österreichischen Thronfolgers und damit zu einer zentralen Gestalt am Hof. Der familiäre Konflikt erschwerte Maria Annas und Elias’ Stellung zusätzlich. Während des Ersten Weltkriegs dienten einige Brüder Elias’ in den Streitkräften Österreich-Ungarns, andere auf belgischer Seite. 1915 beschlagnahmte die französische Regierung Schloss Chambord, weil Elias als Verwalter des Besitzes in einer feindlichen Armee diente. Nach dem Tod Kaiser Franz Josephs berief Kaiser Karl im Dezember 1916 Maria Annas Vater überraschend als Oberbefehlshaber ab. Die Familie betrachtete auch dies als Demütigung und vermutete den Einfluss Zitas dahinter. Nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wurden 1920 aufgrund des österreichischen Habsburgergesetzes die teschenischen Güter beschlagnahmt. Maria Annas Eltern und mehrere Geschwister zogen daraufhin auf ihre Besitzungen in Ungarn. Die Familie Bourbon-Parma blieb dagegen vom Gesetz unberührt und konnte weiterhin in Österreich leben; ihre eigenen Besitzungen wurden nicht eingezogen. Parallel dazu führten Zitas Brüder Sixtus und Xavier in Frankreich einen langwierigen Prozess gegen Elias. Sie forderten einen größeren Anteil am väterlichen Erbe. Das Verfahren dauerte bis 1932 und endete mit der Abweisung ihrer Ansprüche. Zugleich wurde der französische Staat wegen der Beschlagnahmung von Schloss Chambord zu einer Entschädigung verpflichtet. Als 1939 Elias’ kranker Bruder Heinrich starb, ging der nominelle Herzogstitel von Parma und Piacenza auf den ebenfalls geschäftsunfähigen Giuseppe über. Elias blieb dessen Vormund und übte die Funktion eines nominellen Regenten aus. Maria Anna starb am 25. Februar 1940 im Alter von 58 Jahren in Lausanne. Sie wurde in Mönichkirchen auf einem niederösterreichischen Besitz der Familie bestattet. Nach dem Tod ihres Mannes Elias im Jahr 1959 wurde ihr Sohn Robert Hugo als Robert II. Oberhaupt des Hauses Bourbon-Parma und Träger des nominellen Anspruchs auf den Herzogstitel von Parma und Piacenza.

Quelle: Habsburg–Tescheni Mária Anna főhercegnő (hu, 27057045). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0