Person

Wilhelm der Jüngere

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Geburt

  1. 04.07.1535

Tod

  1. 20.08.1592

Biografie

Wilhelm der Jüngere aus dem Haus der Welfen wurde am 4. Juli 1535 geboren und starb am 20. August 1592 in Celle. Er war Herzog von Braunschweig-Lüneburg und regierte ab 1559 im Fürstentum Lüneburg, zunächst gemeinsam mit seinem älteren Bruder Heinrich. Nach der Teilung des Fürstentums im Jahr 1569 herrschte Wilhelm über dessen größeren, von Celle aus verwalteten Teil. Wilhelm war ein Sohn des lüneburgischen Herzogs Ernst I. des Bekenners und dessen Ehefrau Sophie, einer Tochter des mecklenburgischen Herzogs Heinrich V. Nach dem Tod seines Vaters wurde er zur Erziehung an den Hof seines Großvaters nach Mecklenburg gegeben. Einige Jahre später studierte er an der Universität Wittenberg. Anschließend hielt er sich erneut an verschiedenen Fürstenhöfen auf, bevor er politische Verantwortung übernahm. 1559 starb sein ältester Bruder Franz Otto. Da ein weiterer Bruder, Friedrich, bereits 1553 an den Verletzungen gestorben war, die er in der Schlacht bei Sievershausen erlitten hatte, übernahmen Wilhelm und Heinrich gemeinsam die Regierung in Lüneburg. Ihre Herrschaft war zunächst durch eine Vereinbarung mit den Landständen eingeschränkt. Die Brüder mussten sich regelmäßig mit bestimmten Beratern abstimmen und durften unter anderem ohne deren Zustimmung keine Ehen schließen. Gemeinsam bemühten sie sich, die hohe Verschuldung des Fürstentums abzubauen. Ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung ihrer Herrschaft war der Vertrag mit der Stadt Lüneburg im Jahr 1562. Er beendete die langjährigen Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und den Herzögen. Kurz darauf leistete die Stadt den Herzögen den Treueeid, während diese im Gegenzug ihre bisherigen Privilegien bestätigten. 1564 erließen Wilhelm und Heinrich außerdem Regelungen für die kirchlichen, gerichtlichen und polizeilichen Verhältnisse im Fürstentum. Über mehrere Jahre hinweg arbeiteten die Brüder offenbar einvernehmlich zusammen. 1569 verlangte Heinrich jedoch eine Teilung des Fürstentums. Wilhelm und die Landstände widersetzten sich diesem Vorhaben, konnten es aber nicht verhindern. Heinrich erhielt den kleineren Landesteil mit Dannenberg sowie eine einmalige Zahlung von 4000 Talern und eine jährliche Rente von 500 Talern. Wilhelm behielt den Hauptteil des Fürstentums mit Celle. Dafür übernahm er sämtliche Schulden des Landes und die steuerlichen Verpflichtungen gegenüber dem Reich. Heinrich behielt als älterer Bruder außerdem das Vorrecht auf die Erbfolge, falls die Braunschweiger Linie der Welfen aussterben sollte. Dieses Recht wurde später tatsächlich bedeutsam, als Heinrichs Sohn August 1634 das Erbe antrat. Die Streitigkeiten über die Teilung waren damit allerdings nicht dauerhaft beendet. Sie flammten bald wieder auf und konnten erst nach Wilhelms Tod beigelegt werden. Ein wesentlicher Grund dafür war Wilhelms Erkrankung im Jahr 1581. Er litt fortan an einer psychischen Krankheit, die ihn unfähig machte, selbstständig zu regieren. Die tatsächliche Regierung übernahm von da an seine Ehefrau Dorothea, unterstützt von ihrem Sohn Ernst. Während dieser Zeit vergrößerte sich das Fürstentum: 1582 fiel die Grafschaft Hoya an Lüneburg, 1585 folgte die Grafschaft Diepholz, nachdem die dort herrschenden Adelsgeschlechter ausgestorben waren. Wilhelm heiratete am 12. Oktober 1561 Dorothea, eine Tochter des dänischen Königs Christian III. Die Ehe verband ihn eng mit dem dänischen Königshaus und brachte fünfzehn Kinder hervor. Zu ihnen gehörten Sophie, die den Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach und Bayreuth heiratete, sowie Ernst, der 1592 Herzog von Lüneburg wurde. Weitere Söhne waren Christian, August, Friedrich, Magnus, Georg und Johann; mehrere von ihnen übernahmen später bedeutende fürstliche Ämter in Lüneburg oder Braunschweig-Calenberg. Die Töchter Elisabeth, Dorothea, Klara, Margarete und Sibylle wurden mit Angehörigen anderer deutscher Fürstenhäuser verheiratet. Die übrigen Kinder waren Anna Ursula und Maria. Wilhelms Regierungszeit war somit von gemeinsamer Herrschaft, finanzieller Konsolidierung, rechtlichen Neuordnungen und der schwierigen Teilung des Fürstentums geprägt. Trotz seiner späteren Erkrankung blieb seine Herrschaft für die Entwicklung der welfischen Territorien bedeutsam, nicht zuletzt durch die territoriale Erweiterung um Hoya und Diepholz sowie durch die große, politisch einflussreiche Nachkommenschaft.

Quelle: Wilhelm Młodszy (pl, 78901079). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0