Person

Prinz Johannes, 7. Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein

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Geburt

  1. 20.08.1863

Tod

  1. 19.08.1921

Biografie

Johannes Friedrich Michael Karl Maria Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein und Jagstberg wurde am 20. August 1863 auf Schloss Bartenstein geboren und starb dort am 19. August 1921, einen Tag vor seinem 58. Geburtstag. Er war deutscher Offizier und Standesherr des Königreichs Württemberg und gehörte dem Haus Hohenlohe-Bartenstein an. Seine Eltern waren Fürst Karl zu Hohenlohe-Bartenstein und Rosa, geborene Gräfin von Sternberg. Johannes hatte zwei Schwestern: die ältere Marie und die jüngere Nora, die später als Salonnière am Wiener Hof bekannt wurde. Als sein Vater um 1864 an einer als unheilbar geltenden Schwermut erkrankte, zog die Mutter mit den Kindern zu ihren Eltern nach Böhmen. Der Großvater Jaroslav Graf von Sternberg besaß dort die Schlösser Častolovice und Zasmuk und stellte seiner Tochter außerdem Schloss Nedielischt zur Verfügung, das später in ihren Besitz überging. Die Familie wechselte regelmäßig zwischen Böhmen, Prag und Wien. Den Winter verbrachte sie im Sternberg’schen Haus am Radetzkyplatz in Prag, das Frühjahr in Wien. Die Kinder erhielten an diesen verschiedenen Aufenthaltsorten Privatunterricht. Später besuchte Johannes ein Gymnasium in Wien. Nach seiner Schulzeit studierte er Staatswissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im Jahr 1887 wurde er Mitglied des Corps Suevia Tübingen und trug dessen Corpsschleife. Im April 1888 begann er seine Offizierslaufbahn in der Württembergischen Armee. Dort stieg er bis zum Oberst des Ulanen-Regiments „König Karl“ (1. Württembergischen) Nr. 19 auf, dessen Führung er 1915 innehatte. Darüber hinaus bekleidete er hohe militärische Ränge in der Bayerischen und in der Sächsischen Armee. Mit dem Tod seines Vaters im Jahr 1877 wurde Johannes, obwohl noch minderjährig, Oberhaupt des Hauses Hohenlohe-Bartenstein. Damit war ein Sitz in der Kammer der Standesherren der württembergischen Landstände in Stuttgart verbunden. Da er das Mandat zunächst nicht selbst ausüben konnte, ließ er sich von seinem Onkel Albert zu Hohenlohe-Jagstberg vertreten. 1886 trat Johannes persönlich in die Kammer ein und blieb ihr bis zum Ende der württembergischen Landstände im Jahr 1918 angehörig. Von 1911 bis 1918 stand er als Präsident an der Spitze dieser sogenannten Ersten Kammer. Außerdem war er erbliches Mitglied der Kammer der Reichsräte der Krone Bayern. Neben seinen militärischen und politischen Aufgaben kümmerte sich Johannes um die Verwaltung der fürstlichen Familiengüter. Nach dem Tod seines Onkels Fürst Albert zu Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg im Jahr 1898 konnte er die Standesherrschaften Jagstberg und Niederstetten wieder mit der Hauptlinie Bartenstein vereinigen. Seine Stellung wurde auch durch mehrere hohe Auszeichnungen gewürdigt. 1896 erhielt er das Großkreuz des Ordens der Württembergischen Krone. Außerdem war er Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, des Hausordens der Rautenkrone und des Ordens des Heiligen Georg. Im Ersten Weltkrieg war Johannes als Etappendelegierter der freiwilligen Krankenpflege bei einer Armeeabteilung unter General der Infanterie Ludwig von Falkenhausen eingesetzt. Damit verband sich sein militärischer Dienst mit einer Aufgabe im Bereich der Betreuung und Organisation der freiwilligen Krankenpflege hinter der Front. Johannes war römisch-katholisch. Am 12. Februar 1901 heiratete er in der Salzburger Residenz Anna Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich-Toskana. Sie wurde am 17. Oktober 1879 in Lindau geboren und starb am 30. Mai 1961 in Baden-Baden. Anna Maria war eine Tochter des abgesetzten Großherzogs Ferdinand IV. von Toskana und dessen zweiter Ehefrau Alicia von Bourbon-Parma. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Die Tochter Maria wurde 1903 in Bartenstein geboren und starb 1999 in Lahr. Der 1905 geborene Karl, der später als Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein bezeichnet wurde, heiratete 1936 Clara von Meyern-Hohenberg; aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. Albrecht, geboren 1906, wurde als Fürst zu Hohenlohe-Jagstberg bezeichnet. Auch er heiratete 1936, und zwar Therese Gräfin von Geldern-Egmont; das Paar hatte ebenfalls drei Kinder. Die Tochter Elisabeth wurde 1907 geboren und starb bereits 1927 in Aigen Glas bei Salzburg. Margarethe kam 1909 zur Welt und starb 1985 in Rom. Der jüngste Sohn Friedrich, geboren 1910 in Aeschach bei Lindau, heiratete 1959 Marie Claire Buet de Villars; aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor. Johannes zu Hohenlohe-Bartenstein vereinte damit mehrere öffentliche Rollen: Er war Angehöriger des württembergischen und anderer deutscher Heere, Oberhaupt eines standesherrlichen Hauses, Mitglied und schließlich Präsident der württembergischen Ersten Kammer sowie Verwalter umfangreicher Familienbesitzungen. Sein Leben war zugleich von den politischen Strukturen der deutschen Monarchien, den dynastischen Verbindungen des europäischen Hochadels und den Umbrüchen des Ersten Weltkriegs geprägt.

Quelle: Johannes zu Hohenlohe-Bartenstein (de, 264432740). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0