Person
Philippine Welser
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Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Bildnachweis
Philippine Welser
Unidentified painter
Bildquelle: File:Portrait of Philippine Welser (1527-1580).jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Philippine Welser wurde 1527 in Augsburg als Tochter einer wohlhabenden bürgerlichen Familie geboren. Ihr Vater Franz, auch Friedrich genannt, gehörte der angesehenen Kaufmanns- und Finanziersfamilie Welser an, die zum Augsburger Patriziat zählte. Ihre Mutter war Anna Adler. Philippine war außerdem die Nichte von Bartholomäus V. Welser. Schon in ihrer Jugend galt sie nicht nur als schön, sondern interessierte sich auch für Geschäfte und Naturwissenschaften – Interessen, die ihr späteres Leben prägten.
Ihr Leben nahm eine ungewöhnliche Wendung, als sie den habsburgischen Erzherzog Ferdinand II. kennenlernte. Ferdinand war der jüngere Sohn Kaiser Ferdinands I. und Anna Jagiellon, der Prinzessin von Böhmen und Ungarn. Als Erzherzog von Österreich und späterer Landesfürst von Tirol gehörte er zu einer Herrscherfamilie, deren Ehen gewöhnlich zur Sicherung politischer Bündnisse dienten. Philippine dagegen war bürgerlicher Herkunft. Ihre Verbindung mit Ferdinand stellte deshalb eine besondere Herausforderung für die damaligen dynastischen Vorstellungen dar.
Der genaue Zeitpunkt ihres ersten Treffens ist nicht sicher überliefert. Eine im 19. Jahrhundert verbreitete romantische Darstellung verlegte es in die Zeit des Augsburger Reichstags von 1548, doch dafür gibt es keine überzeugenden Belege. Sicher ist, dass Ferdinands Kontakt zur Familie Welser spätestens im Mai 1556 bestand. Damals erhielt Catherine von Loxan, eine Tante Philippines, die Genehmigung zum Viehhandel. Sie freundete sich mit Ferdinand an, der sie auf Schloss Breznice besuchte. Das Schloss war ein bedeutender gesellschaftlicher Mittelpunkt, und vermutlich wurde dort im Herbst 1556 die Begegnung zwischen Ferdinand und Philippine vermittelt. Der Erzherzog verliebte sich in die gebildete Augsburgerin.
Im Januar 1557 heirateten Philippine und Ferdinand heimlich. Philippine lebte zunächst eine Zeit lang in Breznice, wo sie auch ihren ersten Sohn zur Welt brachte. Ihre Tante ließ für sie eine Renaissancebibliothek einrichten, deren bemalte Schränke bis heute erhalten sind. Sie gilt als die älteste bewahrte Palastbibliothek in den böhmischen Ländern.
Spätestens 1559 erfuhr Kaiser Ferdinand I. von der Ehe seines Sohnes. Die Verbindung wurde nicht aufgehoben, aber durch eine besondere Vereinbarung rechtlich eingeschränkt. Die Ehe sollte geheim bleiben, und die Kinder durften nicht in die habsburgische Thronfolge eintreten. Ihnen wurde jedoch ermöglicht, später Adelstitel zu erwerben und das habsburgische Wappen zu führen. Philippine und ihre Kinder sollten zudem finanziell abgesichert werden. Damit brachte der Kaiser seine Missbilligung über die nicht standesgemäße Ehe zum Ausdruck, gewährte dem Paar aber zugleich Vergebung und seinen Schutz.
Um diese Bedingungen einzuhalten, wurden die Kinder nach außen als Findelkinder behandelt. Sie wurden am Eingang des Schlosses abgelegt und anschließend von Philippine aufgenommen, obwohl sie tatsächlich ihre eigenen Kinder waren. Nur enge Freunde wussten von ihrer wahren Herkunft. Auch die 1562 in Bürglitz geborenen Zwillinge Philipp und Maria wurden adoptiert. Beide starben jedoch bereits im Kindesalter. Ihr Großvater, der sie nie hatte sehen können, ließ ihre Leichname später ausgraben und nachts im Prager Veitsdom erneut bestatten.
Das Geheimnis der Ehe endete ab 1576. Der älteste Sohn, Andreas, sollte Kardinal werden, wofür ein rechtmäßiger Ursprung nachgewiesen werden musste. Der Papst entband Ferdinand von seinem früheren Eid, und der Erzherzog legte daraufhin die notwendige Begründung für die Herkunft seines Sohnes vor. Die Ehe von Philippine und Ferdinand galt als glücklich. Aus ihr gingen Andreas und Karl sowie die früh verstorbenen Zwillinge Philipp und Maria hervor. Andreas wurde später Bischof von Konstanz und Brixen, Kardinal und Gouverneur der Niederlande. Karl erhielt den Titel eines Markgrafen von Burgau und wurde kaiserlicher General in Ungarn.
Eine wichtige gemeinsame Lebensstätte des Paares war Schloss Ambras bei Innsbruck. Nachdem Ferdinand 1564 Landesfürst von Tirol geworden war, ließ er die mittelalterliche Burg zu einem repräsentativen Renaissancepalast für seine Frau umbauen. Dort richtete er auch seine umfangreichen Sammlungen ein, darunter Waffen, Rüstungen, Porträts, Naturgegenstände, kostbare Objekte und Kuriositäten. Teile dieser Anlage bilden heute das Museum Schloss Ambras Innsbruck.
Philippine widmete sich in Ambras besonders der Heilkunde. Sie sammelte Heilkräuter und verfasste ein Arzneimittelbuch mit mehr als 200 Rezepten. Ihr Manuskript ist in der Österreichischen Nationalbibliothek erhalten. Der Hofarzt Georg Handsch übernahm wesentliche Teile daraus und fügte sie einem seiner medizinischen Werke hinzu. Philippine wird außerdem ein Kochbuch zugeschrieben, das Gerichte ihrer Zeit enthält. Ihre Autorschaft ist zwar nicht vollständig gesichert, doch dürfte sie zumindest Ergänzungen vorgenommen oder anfertigen lassen haben. Auch ein reich illustriertes Stundenbuch von ihr ist erhalten.
Darüber hinaus engagierte sich Philippine für wohltätige Zwecke und die Unterstützung der Bevölkerung. Zahlreiche an sie gerichtete schriftliche Bitten zeugen davon. Ferdinand übertrug ihr verschiedene Güter und machte ihr mehrere Geschenke. Sie führte die Titel einer Markgräfin von Burgau, einer Landgräfin von Mellenburg sowie einer Gräfin von Hohenberg.
Ab 1570 litt Philippine unter schweren gesundheitlichen Problemen. Sie starb am 24. April 1580 auf Schloss Ambras. Ferdinand ließ ihr in der Innsbrucker Hofkirche eine Grabstätte aus weißem Marmor errichten. Außerdem sorgte er lebenslang für ihre Diener und unterstützte weiterhin Menschen, die zuvor von Philippine Hilfe erhalten hatten. 1582 heiratete er erneut, diesmal Anna Katharina Gonzaga aus Mantua, eine Nichte Philippines. Philippine Welser blieb jedoch als außergewöhnliche Frau in Erinnerung, die trotz ihrer bürgerlichen Herkunft in das Umfeld der Habsburger gelangte und sich dort als Förderin von Bildung, Heilkunde, Wohltätigkeit und höfischer Kultur behauptete.
Quelle: Philippine Welser (es, 173405025). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
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Kinder
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