Person
Maria I.
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
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Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Bildnachweis
María Tudor, reina de Inglaterra y esposa de Felipe II
Antonis Mor
The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN : 3936122202 .
Bildquelle: File:Anthonis Mor 001.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Maria I. von England, auch Maria Tudor, Maria die Katholische oder „Bloody Mary“ genannt, wurde am 18. Februar 1516 im Palace of Placentia bei Greenwich geboren. Sie war das einzige überlebende Kind aus der Ehe König Heinrichs VIII. mit Katharina von Aragon. Ihre Mutter legte großen Wert auf Marias Bildung: Die Prinzessin lernte neben Englisch auch Latein, Französisch und Italienisch, beschäftigte sich mit Musik und las Werke antiker und zeitgenössischer Gelehrter. Zeitweise wurde sie in Ludlow Castle mit einem eigenen Hofstaat wie eine mögliche Thronfolgerin behandelt. Mehrere geplante Ehen, unter anderem mit dem französischen Dauphin und Kaiser Karl V., sollten politische Bündnisse ihres Vaters sichern, kamen jedoch nicht zustande.
Marias Leben änderte sich grundlegend, als Heinrich VIII. seine Ehe mit Katharina auflösen wollte, um Anne Boleyn zu heiraten. Der König erklärte die Ehe schließlich für ungültig, trennte sich von Katharina und machte sich selbst zum Oberhaupt der Church of England. Damit wurde Maria zur illegitimen Tochter erklärt und aus der Thronfolge ausgeschlossen. Sie weigerte sich jedoch, die Ungültigkeit der Ehe ihrer Eltern und ihre eigene Illegitimität anzuerkennen. Ebenso lehnte sie es ab, Heinrich als Oberhaupt der englischen Kirche zu akzeptieren. Wegen ihres Widerstands wurde ihr Haushalt aufgelöst; sie musste im Haushalt ihrer neugeborenen Halbschwester Elisabeth dienen und wurde von vielen Freunden getrennt. Ihre Mutter durfte sie nicht mehr sehen, blieb aber durch heimliche Briefe mit ihr verbunden.
Maria geriet dadurch in große Gefahr. Wer den vom Parlament beschlossenen Thronfolgeakt nicht anerkannte, konnte als Verräter hingerichtet werden. Marias Freunde wurden verhört oder verloren ihre Ämter, und sie selbst fürchtete um ihr Leben. Erst nach massivem Druck unterwarf sie sich 1536 ihrem Vater. In einer von Thomas Cromwell verfassten Erklärung akzeptierte sie die Ungültigkeit der Ehe ihrer Eltern, ihren Status als uneheliche Tochter und Heinrichs kirchliche Oberhoheit. Damit rettete sie sich und ihre Anhänger, gab aber zugleich zentrale Überzeugungen preis. Insgeheim bemühte sie sich um eine päpstliche Absolution. Nach ihrer Unterwerfung nahm Heinrich sie wieder am Hof auf, ohne sie jedoch zu legitimieren.
Maria blieb ihrem katholischen Glauben treu. Sie stand ihrem jüngeren Halbbruder Eduard nahe, der 1537 als Sohn Jane Seymours geboren wurde, und wurde seine Taufpatin. Auch zu ihrer letzten Stiefmutter Catherine Parr entwickelte sie ein enges Verhältnis. Gemeinsam lasen und übersetzten sie humanistische Schriften. Maria war eine leidenschaftliche Reiterin und Jägerin, musizierte gern, interessierte sich für Mode und Schmuck und spielte Karten. 1544 nahm Heinrich sie und Elisabeth wieder in die Thronfolge auf, setzte sie jedoch weiterhin rechtlich nicht mit einer legitimen Tochter gleich.
Nach Heinrichs Tod 1547 bestieg der minderjährige Eduard VI. den Thron. Unter dem Einfluss protestantischer Regenten verschärfte sich der religiöse Konflikt. Maria hielt in ihrem Haushalt an der katholischen Messe fest und widersetzte sich den neuen Religionsgesetzen. Wiederholt bat sie Karl V. um Unterstützung und erwog sogar, nach Europa zu fliehen. Sie blieb jedoch in England, obwohl sie überzeugt war, dass ihr Leben bedroht sei. Als Eduard schwer erkrankte, änderte er die von Heinrich festgelegte Thronfolge und bestimmte die Protestantin Jane Grey zu seiner Nachfolgerin. Maria und Elisabeth wurden ausgeschlossen.
Nach Eduards Tod im Juli 1553 floh Maria nach Kenninghall in Norfolk und sammelte dort Anhänger. John Dudley, der die Regierung kontrollierte, unterschätzte ihre Bereitschaft, um ihren Anspruch zu kämpfen. Maria ließ sich zur Königin ausrufen und gewann rasch die Unterstützung des Landadels, zahlreicher Städte und großer Teile der Bevölkerung. Dudleys Truppen konnten Framlingham Castle nicht einnehmen; sein Regime brach zusammen. Am 19. Juli wurde Maria in London zur Königin von England und Irland proklamiert. Am 1. Oktober 1553 empfing sie in Westminster Abbey die Krone. Damit war sie die erste Frau in der englischen Geschichte, die uneingeschränkt als Königin aus eigenem Recht regierte.
Zunächst begnadigte Maria viele Gefangene, darunter bedeutende Katholiken. Jane Grey und ihr Ehemann Guildford Dudley ließ sie zunächst am Leben, da sie überzeugt wurde, dass Jane die Krone nur unter dem Druck John Dudleys angenommen hatte. Nach der Wyatt-Verschwörung von 1554 änderte sich die Lage. Der Aufstand richtete sich gegen Marias geplante Heirat mit dem spanischen Kronprinzen Philipp. Jane Grey, Guildford Dudley und Janes Vater Henry Grey wurden wegen Hochverrats hingerichtet. Auch Elisabeth, deren Name mit der Revolte in Verbindung gebracht worden war, wurde im Tower inhaftiert, später aber unter Hausarrest gestellt.
Maria heiratete Philipp am 25. Juli 1554 in Winchester. Der Ehevertrag beschränkte seinen politischen Einfluss in England, doch die Verbindung blieb beim englischen Adel und in der Bevölkerung äußerst unbeliebt. Maria verliebte sich in ihren Ehemann und hoffte auf einen katholischen Erben. Zweimal hielt sie sich für schwanger, doch beide Schwangerschaften erwiesen sich als Scheinschwangerschaften. Philipp verließ England 1555 und kehrte erst 1557 zurück.
Das wichtigste Ziel ihrer Regierung war die Wiederherstellung des Katholizismus. Maria ließ die Ehe ihrer Eltern erneut als gültig anerkennen und hob Eduards Religionsgesetze auf. Ende 1554 nahm der päpstliche Legat Reginald Pole England wieder in die römische Kirche auf. Ab 1555 wurden die mittelalterlichen Ketzergesetze angewandt. Fast 300 Protestanten wurden verbrannt, darunter mehrere Bischöfe und 1556 auch Thomas Cranmer, der einst die Ehe Heinrichs mit Katharina für ungültig erklärt hatte. Die Verfolgungen machten Maria zunehmend verhasst und stärkten den protestantischen Widerstand. In der protestantischen Propaganda erhielt sie deshalb den Beinamen „Bloody Mary“. Historiker beurteilen ihre persönliche Verantwortung unterschiedlich, doch sie hätte die Verfolgungen jederzeit beenden können.
Neben der Religionspolitik bemühte sich Maria um Reformen in Staat und Wirtschaft. Sie ließ das Zollwesen und die Monopolsteuern neu ordnen, förderte den Handel und unterstützte die Gründung der Muscovy Company, die den englischen Handel mit Russland aufnahm. Außerdem stärkte sie Städte, Armenfürsorge und öffentliche Verwaltung. Diese Maßnahmen zeigten teilweise erst später Wirkung und wurden von Elisabeth weitergeführt.
Außenpolitisch band Maria England eng an Spanien. 1557 ließ sie sich von Philipp zum Krieg gegen Frankreich bewegen. Die englischen Truppen konnten zunächst Erfolge erzielen, verloren jedoch im Januar 1558 Calais, Englands letzte Besitzung auf dem europäischen Festland. Der Verlust traf das nationale Selbstbewusstsein schwer.
Marias Gesundheit verschlechterte sich in ihren letzten Jahren. Sie litt unter Depressionen, starken körperlichen Beschwerden, Fieber, Schlaflosigkeit und Sehproblemen. Da sie kinderlos blieb, musste sie schließlich Elisabeth als ihre Nachfolgerin anerkennen. Maria starb am 17. November 1558 im St James’s Palace in London im Alter von 42 Jahren. Sie wurde in Westminster Abbey beigesetzt; später ließ Jakob I. Elisabeth im selben Grab über ihr bestatten. Marias Herrschaft blieb wegen der religiösen Verfolgungen und des Verlusts von Calais umstritten. Zugleich sicherte sie ihren Thron gegen erhebliche Widerstände und bewies, dass eine Frau in England mit denselben Rechten und Pflichten wie ein männlicher Monarch regieren konnte.
Quelle: Maria I. (England) (de, 264416911). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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