Person

Maria Christina Prinzessin zu Salm-Salm

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Geburt

  1. 17.11.1879

Tod

  1. 06.08.1962

  2. 16.08.1962

Porträt von Maria Christina Prinzessin zu Salm-Salm
Bildnachweis

Archduchess Maria Christina of Austria (1879–1962) photo

Wilhelm Förster

Alexander palace forums

Bildquelle: File:Archduchess Maria Christina of Austria (1879–1962) photo.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Erzherzogin Maria Christina Isabelle Natalie von Österreich wurde am 17. November 1879 in Krakau geboren. Sie gehörte dem Teschener Zweig des Hauses Habsburg-Lothringen an und war durch ihre Geburt Erzherzogin von Österreich sowie Prinzessin von Böhmen, Ungarn und der Toskana. Sie war das älteste Kind des Erzherzogs Friedrich von Österreich-Teschen und seiner Frau, Prinzessin Isabella von Croÿ. Ihren Namen erhielt sie nach ihrer Taufpatin und Tante, Königin Maria Christina von Österreich, der Mutter des spanischen Königs Alfons XIII. Zu ihrer Patin entwickelte sie eine enge Beziehung und besuchte Spanien häufig. Ihr Taufpate war ihr Großonkel Erzherzog Albrecht, Herzog von Teschen, der am Wiener Hof eine führende Rolle in der konservativen Bewegung spielte. Auch mehrere ihrer Tanten heirateten Mitglieder regierender Häuser: Erzherzogin Maria Theresa wurde die Frau Ferdinands II., des Königs beider Sizilien; Erzherzogin Marie Henriette heiratete den späteren belgischen König Leopold II.; und Erzherzogin Maria Theresia von Österreich-Este wurde durch ihre Ehe mit Prinz Ludwig von Bayern später Königin von Bayern. Maria Christina war damit eine nahe Verwandte von Prinzessin Stéphanie von Belgien, Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und Prinz Rupprecht von Bayern. Sie erhielt eine ihrer Stellung entsprechende Erziehung, nahm an Familientreffen und religiösen Feiern teil und wuchs in einer Zeit auf, die von schweren Schicksalsschlägen für das Kaiserhaus geprägt war. Dazu gehörten der tragische und von einem Skandal begleitete Tod des österreichischen Thronfolgers im Januar 1889 sowie die Ermordung der Kaiserin im Jahr 1898. Auch persönlich musste Maria Christina Verluste verkraften: Zwei ihrer jüngeren Schwestern, die Erzherzoginnen Stephanie und Natalie, starben 1890 beziehungsweise 1898. Die Ehepläne ihrer Töchter beschäftigten besonders ihre Mutter, die als talentiert, zugleich aber ehrgeizig beschrieben wird. Isabella beobachtete daher mit Interesse die häufigen Besuche Erzherzog Franz Ferdinands, des damaligen Thronfolgers von Österreich-Ungarn. Sie vermutete, dass der unverheiratete Erzherzog an ihrer ältesten Tochter interessiert sein könnte. Diese Annahme erwies sich jedoch als falsch. Als ein Diener Franz Ferdinands vergessene Uhr fand, hoffte Isabella darin ein Bild ihrer Tochter zu entdecken. Stattdessen sah sie das Porträt einer ihrer Hofdamen. Der darauf folgende Skandal war beträchtlich. Franz Ferdinand erklärte dennoch offen, dass er die Frau seiner Wahl heiraten wolle, auch wenn sie keiner regierenden Dynastie entstammte. Fünf Jahre lang setzte er sich gegen die gesellschaftlichen Erwartungen und vor allem gegen die Thronfolgeregeln seines Hauses zur Wehr. Kaiser Franz Joseph lenkte schließlich ein, allerdings unter der Bedingung, dass Franz Ferdinand auf seine eigenen Thronrechte verzichtete und diese auf seinen Bruder übergingen. Diese Ehegeschichte prägte das Umfeld, in dem Maria Christina ihre eigene Verbindung einging. Am 10. Mai 1902 heiratete Maria Christina in Wien im Beisein Kaiser Franz Josephs Emanuel, den Erbprinzen von Salm-Salm. Er war der Sohn Alfreds, des siebten Fürsten von Salm-Salm, und dessen Frau Rosa von Lützow. Durch die Heirat wurde Maria Christina Mitglied des Hauses Salm-Salm und Erbprinzessin von Salm-Salm. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Die älteste Tochter Isabelle, geboren 1903, heiratete Felix, Grafen von Loë. Rosemaria, Jahrgang 1904, wurde durch ihre Ehe mit Erzherzog Hubert Salvator von Österreich-Lothringen verbunden. Der 1906 geborene Sohn Nikolaus heiratete insgesamt viermal: zunächst Prinzessin Ida von Wrede, danach Eleonore von Zitzewitz, Maria Moret und schließlich Christiane Kostecki. Die Tochter Cäcilie, geboren 1911, heiratete Franz Josef, Fürst zu Salm-Reifferscheidt-Krautheim und Dyck. Der jüngste Sohn Franz wurde 1912 geboren, starb jedoch bereits 1917 im Alter von vier Jahren. Der Erste Weltkrieg veränderte das Leben der Familie grundlegend. Am 28. Juni 1914 wurden Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau in Sarajevo von einem serbischen Attentäter ermordet. Österreich-Ungarn erklärte daraufhin Serbien den Krieg. Aus dem zunächst erwarteten kurzen und örtlich begrenzten Konflikt entwickelte sich ein mehr als vier Jahre dauernder allgemeiner Krieg. Maria Christinas Vater war General der kaiserlichen Armee, während ihr Ehemann als Offizier in der deutschen Armee diente. Nach dem Tod seines Großvaters im Jahr 1915 wurde Emanuel Erbprinz von Salm-Salm. Während des Krieges geriet er in britische Gefangenschaft und wurde in Gibraltar festgehalten. Maria Christina reiste nach Spanien, um ihrem Mann näher zu sein. Nach seiner Freilassung wurde er an die russische Front geschickt. Während der Brussilow-Offensive fiel er in Weißrussland. Die militärische Niederlage und die Revolution führten 1918 zum Zusammenbruch der deutschen und der österreichisch-ungarischen Monarchie. Maria Christina überlebte ihren Mann um mehr als vier Jahrzehnte und erlebte in dieser langen Witwenzeit die politischen Katastrophen Europas, die nationalsozialistische Herrschaft und den Zweiten Weltkrieg. Sie starb am 6. August 1962 im Schloss Anholt während des Kalten Krieges im Alter von 82 Jahren. Bis zu ihrem Tod führte sie den Titel der verwitweten Erbprinzessin von Salm-Salm.

Quelle: Maria Cristina d'Asburgo-Teschen (principessa di Salm-Salm) (it, 145793495). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0