Person

Johann Friedrich

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Geburt

  1. 25.04.1625

Tod

  1. 28.12.1679

Porträt von Johann Friedrich
Bildnachweis

Johann Hulsmann - Joh Friedrich Herzog von Braunschweig-Luneberg-Kalenburg - 1675

Johann Hulsman

https://www.sothebys.com/en/auctions/ecatalogue/2005/property-from-the-royal-house-of-hanover-mm0986/lot.31.html

Bildquelle: File:Johann Hulsmann - Joh Friedrich Herzog von Braunschweig-Luneberg-Kalenburg - 1675.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Johann Friedrich aus dem Haus der Welfen war Herzog zu Braunschweig und Lüneburg sowie von 1665 bis 1679 Fürst von Calenberg mit Residenz in Hannover. Er wurde am 25. April 1625 auf Schloss Herzberg im Harz als dritter Sohn Herzog Georgs von Calenberg geboren und starb am 28. Dezember 1679 in Augsburg. Während seiner Regierungszeit prägte er die politische, religiöse und kulturelle Entwicklung Calenbergs nachhaltig. In seiner Jugend unternahm Johann Friedrich ausgedehnte Bildungsreisen durch Frankreich und Italien. Dabei setzte er sich intensiv mit der katholischen Welt auseinander. 1651 begegnete er in Assisi Joseph von Copertino und wechselte anschließend vom evangelisch-lutherischen zum römisch-katholischen Glauben. Als er seine neue Konfession auch in Celle privat ausüben wollte, verweigerten ihm seine Brüder dies unter Berufung auf das Testament ihres Vaters und eine Vereinbarung aus dem Jahr 1646. Daraufhin verließ Johann Friedrich die welfischen Stammlande und kehrte erst zurück, als sich ihm eine eigene politische Machtbasis eröffnete. Diese Gelegenheit ergab sich 1665 nach dem Tod seines Bruders Christian Ludwig. Johann Friedrich versuchte, überraschend die Herrschaft im Fürstentum Lüneburg mit der Residenz Celle zu übernehmen, obwohl dieses Gebiet eigentlich seinem älteren Bruder Georg Wilhelm zustand. Georg Wilhelm hielt sich zu dieser Zeit in Holland auf, während der jüngste Bruder Ernst August mit seiner Frau Sophie von der Pfalz am Heidelberger Hof weilte. Johann Friedrich hatte das Paar zuvor auf seiner Italienreise bis nach Rom begleitet, war jedoch vorzeitig zurückgekehrt, weil Papst Alexander VII. ihn nicht empfangen wollte. Sein Vorgehen wurde später als sorgfältig vorbereiteter politischer Handstreich angesehen. Sophie von der Pfalz urteilte allerdings, Johann Friedrich habe lediglich die sich bietende Gelegenheit genutzt. Nach langwierigen Verhandlungen, die unter Vermittlung des Grafen Georg Friedrich von Waldeck ein halbes Jahr dauerten, verzichtete Johann Friedrich schließlich auf Lüneburg. Stattdessen erhielt er das Fürstentum Calenberg, das um die Gebiete Grubenhagen und Göttingen erweitert wurde. 1665 trat er seine Herrschaft in Hannover an. Die Stände huldigten ihm allerdings erst 1671, nachdem er ihnen in einem Revers zugesichert hatte, dass ihre Untertanen ungestört an ihrem evangelischen Glauben festhalten durften. Johann Friedrich war selbst überzeugter Katholik und förderte den katholischen Einfluss in Hannover. 1666 machte er das Dorf Haringehusen, das er in Herrenhausen umbenannte, zu seiner Sommerresidenz. Dort ließ er zunächst einen einfachen Schlossbau errichten und begann mit der Anlage des Großen Gartens. Auch der Tiergarten in Kirchrode entstand auf seine Initiative. Im Leineschloss wurde die Schlosskirche nach dem römischen Ritus geweiht, außerdem holte Johann Friedrich Kapuziner nach Hannover. Zu seinem Hofprediger ernannte er den italienischen Priester Valerio Maccioni. Auf Wunsch des Herzogs errichtete Papst Alexander VII. am 28. April 1667 das Apostolische Vikariat der Norddeutschen Missionen und berief Maccioni zu dessen erstem Apostolischen Vikar. Maccioni empfing 1669 die Bischofsweihe. Unter seiner Leitung fand 1670 in Hannover die erste öffentliche katholische Prozession seit der Reformation statt. Johann Friedrich bemühte sich damit, den Katholizismus in seinem überwiegend lutherischen Herrschaftsgebiet institutionell zu stärken, musste dabei jedoch Rücksicht auf die religiösen Rechte seiner Untertanen nehmen. Auch innenpolitisch setzte Johann Friedrich die Entwicklung zu einer stärkeren fürstlichen Zentralgewalt fort. Wie bereits sein Vater und seine Brüder versuchte er, den Einfluss der Stände zu begrenzen und die Verwaltung stärker in fürstliche Hände zu legen. 1674 führte er eine Amtsordnung ein, die bis zur westphälischen Verwaltungsreform von 1808 bestehen blieb. Zudem baute er das stehende Heer aus. Dadurch entwickelte sich Calenberg zu einem bedeutenderen politischen Machtfaktor. Die militärische und höfische Politik war jedoch kostspielig und konnte nur mit ausländischen Subsidien finanziert werden. Johann Friedrich erhielt insbesondere französische Unterstützungsgelder, wodurch eine finanzielle Abhängigkeit entstand, die auch unter seinen Nachfolgern fortbestand. Trotz seines aufwändigen Regierungsstils förderte Johann Friedrich Wissenschaft und Kultur. 1676 berief er den damals erst dreißigjährigen Gelehrten und Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz als Hofhistoriographen und Bibliothekar nach Hannover. Auf Johann Friedrich geht außerdem die Gründung jener Bibliothek zurück, aus der später die Königliche Bibliothek und schließlich die heutige Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek hervorging. Gemeinsam mit der Gestaltung von Herrenhausen verlieh diese Kulturpolitik dem hannoverschen Hof über die unmittelbare Regierungszeit des Herzogs hinaus Bedeutung. Johann Friedrich war mit Benedicta Henriette von der Pfalz verheiratet, einer Tochter des zum Katholizismus übergetretenen Pfalzgrafen Eduard von der Pfalz und dessen italienischer Frau Anna Gonzaga. Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor: Anne Sophie, die im Kindesalter starb, Charlotte Felicitas, die Rinaldo d’Este, Herzog von Modena und Reggio, heiratete, Henriette Marie sowie Wilhelmine Amalie, die später Kaiser Joseph I. heiratete. Auf dem Weg zu seinem fünften Italienaufenthalt starb Johann Friedrich in Augsburg. 1680 wurde er in Hannover mit einem prächtigen Staatsbegräbnis beigesetzt. Nach seinem Tod übernahm sein jüngerer Bruder Ernst August die Herrschaft in Hannover. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Johann Friedrichs Sarkophag aus dem Leineschloss in das Welfenmausoleum im Berggarten von Herrenhausen überführt.

Quelle: Johann Friedrich (Braunschweig-Calenberg) (de, 258927306). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0