Person

Isabelle de Bourbon

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Geburt

  1. 1436

  2. 1437

Tod

  1. 25.09.1465

Porträt von Isabelle de Bourbon
Bildnachweis

Dutch: Isabelle de Bourbon title QS:P1476,nl:"Isabelle de Bourbon " label QS:Lnl,"Isabelle de Bourbon " label QS:Lfr,"Portrait d'Isabelle de Bourbon"

anonymous

photo.rmn.fr

Bildquelle: File:Isabella of Bourbon Flemish School Hospice Comtesse.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Isabella von Bourbon wurde 1436 als zweitälteste Tochter Karls I., des fünften Herzogs von Bourbon, und Agnes’ von Burgund geboren. Durch ihre Eltern entstammte sie bedeutenden französischen und burgundischen Adelsfamilien. Ihre Mutter war eine Tochter Johanns Ohnefurcht, des Herzogs von Burgund, und Margaretas von Bayern. Isabella gehörte damit zu einem weit verzweigten dynastischen Netzwerk, das die politische Geschichte Frankreichs und Burgunds im 15. Jahrhundert prägte. Ihre Kindheit und Jugend fielen in eine besonders unruhige Epoche. Frankreich befand sich im Hundertjährigen Krieg, während sich die Parteien der Burgunder und der Armagnaken um den Einfluss auf den als regierungsunfähig geltenden französischen König stritten. Der Konflikt hatte sich nach der Ermordung Ludwigs von Orléans verschärft. Als Heinrich V. von England Frankreich angriff, unterstützte Burgund die Armagnaken trotz einer vereinbarten vorübergehenden Verständigung nicht. Nach der französischen Niederlage bei Azincourt besetzte der Herzog von Burgund rasch Paris und erklärte sich zum Regenten des Königs. Der französische Thronfolger Karl musste in den Süden fliehen. Auch Isabellas Familie war in diese Auseinandersetzungen verwickelt. Ihr Großvater Johann I., Herzog von Bourbon, hatte in der Schlacht von Azincourt gekämpft. Ihr Vater Karl gehörte 1419 zu den Begleitern Johanns Ohnefurcht bei einem Treffen mit dem Thronfolger in Montereau. Dort kam es jedoch nicht zum Friedensschluss; stattdessen wurde der burgundische Herzog ermordet. Als der Thronfolger später enterbt und dessen Schwester Katharina zur Erbin des französischen Königreichs erklärt wurde, stellte sich Karl offen auf die Seite des Thronfolgers und entfernte sich von seinem künftigen Schwager Philipp dem Guten, dem neuen Herzog von Burgund. Als Isabella geboren wurde, hatten sich die politischen Beziehungen zwischen ihrem Vater und Philipp dem Guten allerdings wieder verbessert. Philipp hatte das Bündnis mit den Engländern aufgegeben und im September 1435 den Vertrag von Arras geschlossen, der den Konflikt zwischen Burgundern und Armagnaken beenden sollte. Diese Annäherung bildete den politischen Hintergrund für Isabellas spätere Heirat. 1454 wurde Isabella ihrem Cousin Karl, dem Grafen von Charolais, versprochen. Ihre Mutter und Karls Vater waren Geschwister, weshalb für die Verbindung eine päpstliche Dispens von Papst Nikolaus V. erforderlich war. Am 30. Oktober 1454 heiratete Isabella in Lille den Grafen von Charolais. Karl war der Sohn und Erbe Philipps des Guten, des Herzogs von Burgund, sowie der portugiesischen Prinzessin Isabella. Er war bereits verwitwet: Seine erste Ehe mit Katharina von Frankreich, die 1439 geschlossen worden war, hatte bis zu deren Tod 1446 gedauert und war kinderlos geblieben. Isabella und Karl sollen einander sehr geliebt haben. Durch diese Ehe wurde Isabella Gräfin von Charolais und stand dem burgundischen Herrscherhaus besonders nahe. Ihre eigene politische Bedeutung blieb während ihres kurzen Lebens jedoch begrenzt. Eine bemerkenswerte Rolle übernahm sie 1459 als Patin Joachims, des Sohnes des französischen Thronfolgers und dessen zweiter Ehefrau Charlotte von Savoyen. Nachdem der Thronfolger als Ludwig XI. den französischen Thron bestiegen hatte, ließ er seine Frau in Burgund zurück. Die junge Königin war daraufhin auf Isabellas Unterstützung angewiesen. Isabella starb am 25. September 1465 in Antwerpen an Tuberkulose. Sie wurde in der Abtei Saint-Michel beigesetzt. Aus ihrer Ehe mit Karl ging nur ein Kind hervor: Maria, geboren am 13. Februar 1457. Maria war Isabellas einzige Tochter und wurde zur alleinigen Erbin. Sie heiratete den Erzherzog Maximilian von Österreich; diese Verbindung mit dem Haus Habsburg hatte weitreichende dynastische Folgen für die kommenden Jahrhunderte. Obwohl Isabella selbst nur kurze Zeit lebte und wenig direkten politischen Einfluss ausübte, erhielt sie nach ihrem Tod eine symbolische Bedeutung. Sie wurde mit dem Reichtum und der Pracht der Herzöge von Burgund verbunden, die später durch ihre Tochter Maria weitervererbt wurden. 1476 ließ man in der Kirche der Antwerpener Abtei ein prächtiges Grabmal für Isabella errichten. Es war mit 24 bronzenen Figuren von Adligen und Frauen geschmückt, die in Nischen standen und als „Klagende“ bezeichnet wurden; darüber befand sich eine bronzene Darstellung Isabellas. Während des Bildersturms von 1566 zerstörten radikale Protestanten zahlreiche religiöse Bilder in katholischen Kirchen und Klöstern. Auch Isabellas Grabmal wurde seiner Verzierungen beraubt, und die bronzenen Klagenden verschwanden. Zehn dieser Figuren wurden später in Amsterdam wiedergefunden. Karl heiratete nach Isabellas Tod noch ein drittes Mal, 1467 Margaret von York. Diese Ehe blieb kinderlos.

Quelle: Isabella di Borbone (it, 148662773). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0