Person

Franz Josef Altenburg

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Geburt

  1. 1941

  2. 15.03.1941

Tod

  1. 18.08.2021

Biografie

Franz Josef Altenburg (15. März 1941 in Bad Ischl – 18. August 2021 in Wels) war ein österreichischer Keramikkünstler und Bildhauer. Er stammte aus dem Haus Österreich: Über seine Großmutter Marie Valerie von Österreich war er ein Urenkel Kaiser Franz Josephs I. und Kaiserin Elisabeths. Sein Vater war Clemens Salvator von Österreich-Toskana, der ab 1931 den Namen Clemens Salvator Altenburg führte, seine Mutter Elisabeth Résseguier de Miremont. Altenburg wurde als siebtes von neun Kindern in der Kaiservilla von Bad Ischl geboren und verbrachte dort seine ersten zehn Lebensjahre. Trotz seiner adeligen Herkunft wurde er dazu angehalten, einen bürgerlichen Beruf zu erlernen. Er entschied sich für das Hafner- und Keramikerhandwerk und betonte zeitlebens, nicht nach seiner Herkunft, sondern nach seinen künstlerischen Leistungen beurteilt werden zu wollen. Seit 1969 war Altenburg mit Christa Haerdtl verheiratet; das Paar hatte vier Kinder. Ab 1976 lebte er in einem Vierkanthof in Breitenschützing in Oberösterreich, den er ab 1978 auch als Atelier nutzte. Der Hof wurde zu einem Treffpunkt der österreichischen Kunst- und Literaturszene. Der Komponist und Schriftsteller Gerhard Lampersberg sowie der Dramatiker Thomas Bernhard verbrachten dort viel Zeit, auch der Theatermacher Claus Peymann kam regelmäßig zu Besuch. Breitenschützing blieb bis zu Altenburgs Tod sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Seine künstlerische Ausbildung begann 1958 an der Kunstgewerbeschule Graz, wo er bei Hans Adametz, Rudolf Szyszkowitz und Rudolf Spohn studierte. Von 1962 bis 1964 sowie von 1966 bis 1968 arbeitete er in der Werkstatt der Keramikerin Gudrun Baudisch-Wittke bei der „Hallstätter Keramik“. Zwischenzeitlich war er Gasthörer an der Keramikschule im italienischen Faenza und legte 1967 die Meisterprüfung im Hafnergewerbe ab. Studienreisen führten ihn in verschiedene Länder; 1968 hielt er sich drei Monate beim Schweizer Keramiker Jean Claude de Crousaz in Genf auf. Nach seiner Tätigkeit bei der „Hallstätter Keramik“ und einem kurzen Aufenthalt bei der Wiener „Fessler Keramik“ begann Altenburg 1969 im Designstudio und Keramikatelier der Gmundner Keramik zu arbeiten. Dort gehörte er der bereits 1968 gegründeten Werkgemeinschaft „Gruppe H“ an, deren Name auf die Hallstätter Keramik und den damaligen Firmeninhaber Johannes von Hohenberg zurückging. Bis 1992 schuf Altenburg für die Gruppe vor allem Unikatkeramiken sowie Entwürfe für die Serienproduktion der Gmundner Keramik. Parallel entwickelte er ab 1978 in Breitenschützing sein freies künstlerisches Werk. Er nahm an zahlreichen internationalen Keramiksymposien und Studienaufenthalten teil, war Mitglied des Kunstforums Salzkammergut und des Oberösterreichischen Kunstvereins und wurde zu einem der bedeutendsten Vertreter der modernen Keramik in Österreich. Altenburgs Arbeiten entstanden aus einfachen keramischen Grundelementen. Er stapelte, schichtete, türmte und verschachtelte den gebrannten Ton, baute Gitter und Rahmen und entwickelte daraus häufig kleine Architekturen. Die Titel seiner Werkgruppen – darunter „Rahmen“, „Gerüste“, „Stiegen“, „Häuser“, „Pyramiden“, „Türme“, „Kulissen“, „Blöcke“, „Mauern“ und „Gebäude“ – verweisen auf diese konstruktive Arbeitsweise. Charakteristisch waren die spröde Oberfläche des Materials und die sichtbare handwerkliche Konstruktion. Oft variierte er ein Motiv in Serien, veränderte einzelne Details und näherte sich so schrittweise einer besonders klaren und einfachen Form. Seine Keramiken strukturierten den Raum durch Masse, Leerräume, Reihungen und rhythmische Wiederholungen. Neben freien Skulpturen und Gefäßen schuf Altenburg zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum und für Bauwerke. Dazu gehörten unter anderem Keramikteller und eine Keramiksäule in Salzburg und Gmunden, Wandfriese, Brunnen, Kreuzwege, Altarkreuze, Taufbecken sowie komplette liturgische Gestaltungen für Kirchen und andere öffentliche Einrichtungen. Seine Werke wurden in bedeutenden Museen und privaten Sammlungen in Österreich, Deutschland, Italien, Ungarn, der Schweiz, den Vereinigten Staaten und Mexiko aufgenommen. Altenburg stellte seit 1968 regelmäßig aus. Bis 2021 kamen mehr als 70 Einzel- und Tandemausstellungen sowie über 300 Beteiligungen an Gruppenausstellungen im In- und Ausland zusammen. Zu den wichtigen Stationen gehörten das Museum für Angewandte Kunst in Wien, die Neue Galerie der Stadt Linz, das Museum der Moderne Rupertinum in Salzburg, die Landesgalerie Linz und zahlreiche Keramikmuseen in Deutschland und Europa. Zu seinen späten Präsentationen zählten eine Retrospektive 2020 in der Galerie im Traklhaus in Salzburg sowie 2021 Ausstellungen im Wiener MAK und in den Stallungen der Kaiservilla in Bad Ischl anlässlich seines 80. Geburtstags. Für seine Arbeit erhielt Altenburg zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehörten internationale Preise in Italien, der Westerwaldpreis, der Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Bildende Kunst, der Salzburger Keramikpreis und der Heinrich-Gleißner-Preis. 2010 gewann er außerdem einen Wettbewerb zur Gestaltung des Lehrlingspreises der Salzburger Landesinnung Bau. 2012 wurde ein nach ihm benannter Preis für Verdienste um die Salzkammergut-Festwochen Gmunden geschaffen. 2021 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Franz Josef Altenburg starb im selben Jahr in Wels.

Quelle: Franz Josef Altenburg (de, 266262772). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0