Person
Elisabeth von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
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Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Elisabeth von Österreich wurde am 8. Juli 1317 in Schaffhausen geboren und starb am 23. Oktober 1336 in Wien. Sie entstammte dem Haus Habsburg und war die Tochter Friedrichs des Schönen, des Herzogs von Österreich und Gegenkönigs der Römer, sowie dessen Ehefrau Isabella von Aragón. Ihr kurzes Leben war stark von den politischen Interessen ihrer Familie und den Heiratsplänen geprägt, mit denen die Machtverhältnisse im Heiligen Römischen Reich und in den angrenzenden Reichen beeinflusst werden sollten.
Bereits als Kind wurde Elisabeth in die Auseinandersetzungen zwischen ihrem Vater und Ludwig dem Bayern einbezogen. Am 13. März 1325 versprach Friedrich der Schöne seine damals erst siebenjährige Tochter Stephan II. von Bayern, dem Sohn Ludwigs des Bayern. Friedrich befand sich zu dieser Zeit als Gefangener auf der Burg Trausnitz in der Gewalt Ludwigs, der ebenfalls den Titel eines Königs der Römer beanspruchte. Die geplante Ehe war Teil der Bedingungen, unter denen Friedrich freikommen sollte. Im Zentrum der Vereinbarung stand jedoch Friedrichs Verzicht auf seine Ansprüche auf das Kaisertum, solange Ludwig lebte.
Da Elisabeth und Stephan noch sehr jung waren und zudem in einem für eine Ehe problematischen Verwandtschaftsverhältnis standen, benötigten ihre Väter eine päpstliche Dispens. Sie hofften, diese von einem künftigen Papst zu erhalten, der ihnen gegenüber günstiger eingestellt wäre als Johannes XXII. Der amtierende Papst war ein Gegner Ludwigs des Bayern. Friedrich wurde am 7. April 1325 freigelassen, doch seine Brüder lehnten die vereinbarten Bedingungen ab. Deshalb kehrte er freiwillig in die Gefangenschaft zurück und nahm die achtjährige Elisabeth mit sich.
In den anschließenden Verhandlungen einigten sich Ludwig und Friedrich darauf, Ludwig die Vorrangstellung im Reich zu sichern und Friedrich den Titel eines Königs der Römer zu belassen. Der Heiratsplan zwischen Elisabeth und Stephan sollte bestehen bleiben. Am 1. September 1325 ersuchten beide sogar offiziell Johannes XXII. um die notwendige Dispens. Das Vorhaben wurde jedoch bald aufgegeben. Ein wichtiger Wendepunkt war der Tod Leopolds I. von Österreich im Jahr 1326, eines Onkels Elisabeths und der wichtigste Unterstützer Friedrichs des Schönen. Außerdem könnte Ludwig der Bayer inzwischen eine andere Verbindung für seinen Sohn bevorzugt haben. Nach dem 15. Februar 1327 wurde die geplante Ehe nicht mehr weiterverfolgt.
Vor April 1332 entstand ein zweiter Heiratsplan. Elisabeth sollte Stefan Uroš IV. Dušan von Serbien heiraten. Eine Chronik berichtet, sie habe diese Verbindung abgelehnt, weil der serbische Herrscher dem orthodoxen Glauben angehörte. Dem Bericht zufolge habe sie täglich gebetet und gefastet und sogar den Tod einer solchen Ehe vorgezogen, um ihre Jungfräulichkeit zu bewahren. Ob diese Darstellung tatsächlich Elisabeths persönliche Haltung wiedergibt, bleibt allerdings unsicher, da keine andere Quelle sie bestätigt. Möglich ist auch, dass es sich um ein literarisches Motiv handelt, das eine besonders fromme und tugendhafte Prinzessin schildern sollte.
Wahrscheinlicher scheiterte dieser zweite Plan aus politischen Gründen. Stefan Uroš IV. Dušan entschied sich schließlich für Helena von Bulgarien, die Schwester Iwan Alexanders, des mächtigen Zaren von Bulgarien und Nachbarn Serbiens. Die geplante Verbindung mit Elisabeth wurde damit nicht verwirklicht.
Ein dritter Heiratsversuch begann am 12. März 1332. Elisabeths Onkel Albrecht II. und Otto führten Verhandlungen mit Johann I., dem König von Böhmen. Elisabeths Vater Friedrich der Schöne war bereits 1330 gestorben, sodass nun ihre Onkel die Interessen der Familie vertraten. Am 12. Juli 1332 wurde in Wien ein Ehevertrag geschlossen. Auch diesmal war jedoch eine päpstliche Dispens erforderlich, da zwischen den vorgesehenen Ehepartnern ein kanonisches Ehehindernis bestand.
Papst Johannes XXII. verweigerte die Dispens am 1. Mai 1333 in Avignon. Eine Begründung nannte er nicht ausdrücklich, doch der Grund war anderweitig bekannt: Johann von Böhmen hatte seine Zustimmung zur Ehe offenbar geändert und behauptete, impotent geworden zu sein. Nach dem Kirchenrecht stellte dies ein Hindernis für die geplante Verbindung dar. Der Papst bat außerdem den französischen König Philipp VI. von Valois um dessen Einschätzung. Vermutlich berücksichtigte Philipp dabei die Wünsche Johanns von Böhmen, seines engen politischen Verbündeten.
Auch Elisabeths dritter Heiratsplan scheiterte. Sie heiratete zu Lebzeiten nicht und starb am 23. Oktober 1336 in Wien, erst neunzehn Jahre alt. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Abteikirche von Mauerbach. Ihr Leben steht beispielhaft für die mittelalterliche Heiratspolitik der Fürstenhäuser, in der dynastische Bündnisse, kirchenrechtliche Vorschriften und machtpolitische Interessen häufig über das persönliche Schicksal der betroffenen Prinzessinnen bestimmten.
Quelle: Élisabeth d'Autriche (1317-1336) (fr, 233432371). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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